author-img
Mario Büscher
Redakteur

Hallo zusammen,

bis Ende des Jahres soll der Vorschlag feststehen, auf welcher neuen Strecke die Straßenbahn 301 bald fahren soll. Für den seit Jahrzehnten immer wieder diskutierten Ringschluss der 301 gibt es zwei Alternativen. Welche die bessere ist, klärt jetzt ein Planungsbüro.

Darum geht’s: Die Linie 301 soll nicht mehr wie bisher vom Hauptbahnhof über Buer nach Horst und auf gleicher Strecke wieder zurückfahren. Geplant ist ein Ringschluss, bei dem die Bahn in Horst weiterfährt und über Heßler und weitere Stadtteile die Innenstadt und den Hauptbahn erreicht. Dafür stehen zwei Streckenführungen im Raum, die wir weiter unten beschreiben.

Zeitplan: Gesprochen wird über den Ringschluss schon seit Jahrzehnten. Konkreter wurde es dann vor gut sechs Jahren. Im Mai 2020 beauftragte der Rat die  Verwaltung, die Erweiterung des Straßenbahnnetzes in Gelsenkirchen zu prüfen. Der Ringschluss der 301 tat sich als machbares und förderfähiges Projekt hervor. 2022 gab es ein erstes Gutachten, im vergangenen Jahr sprach sich der Bauausschuss für die Ausschreibung der Planung des Ringschlusses aus. Der Auftrag ist mittlerweile vergeben, wie die Verwaltung im Bauausschuss am vergangenen Donnerstag mitteilte. Ein Planungsbüro analysiert bis Jahresende jetzt unter anderem, welche Strecke die bessere wäre. Die Politik könnte dann bis zum Sommer 2027 darüber abstimmen und die Verwaltung die Planungen bis Herbst abschließen.

Es gibt zwei Varianten: In Variante eins fährt die 301 von Horst aus über die Grothus- und Overwegstraße durch Heßler und Schalke bis zu den Schienen auf der Florastraße. In Variante zwei biegt sie von der Grothusstraße in Heßler auf die Hans-Böckler-Allee ab, durchquert die Feldmark und stößt an der Feldmarkstraße auf die Schienen der 107, denen sie dann bis zum Hauptbahnhof folgt. Das Gutachten von 2022 bevorzugt den Weg über Schalke Die Gutachter schlagen aber auch vor, die Strecke über die Feldmark weiter zu prüfen. Im Zuge der jetzt laufenden Planungen sollen wirtschaftliche Aspekte und Aspekte der Verkehrssicherheit eine Rolle spielen, so die Verwaltung im Ausschuss.

Kosten: Die Vorplanung kostet die Verwaltung laut Vorlage aus dem vergangenen Mai eine Million Euro. Zuschüsse von Bund oder Land gibt es dafür nicht.

Pro und Contra: Die Strecke über die Grothus- und Overwegstraße ist der direktere Weg zwischen Horst und Hauptbahnhof. Allerdings bedient die (fast) identische Strecke bereits der SB36, mit dem Fahrgäste aus Horst in rund 20 Minuten die Altstadt erreichen können. Variante zwei mit den heutigen Möglichkeiten nachzufahren ist etwas komplizierter: Fahrgäste könnten mit dem 383er fahren, am Gartenkamp in den 382 umsteigen und schließlich in die 107. Eine durchgängige Straßenbahn würde diese Strecke komfortabler machen. Dagegen könnte sprechen, dass die Strecke wohl schwieriger zu bauen wäre. Auf der Grothus- und Overwegstraße könnte die neue Trasse wahrscheinlich auf den aktuell begrünten Mittelstreifen gelegt werden – genau wie bei der 302 auf der Kurt-Schumacher-Straße. Beim Weg über die Feldmark wäre die Hans-Böckler-Allee wohl für mehrere Jahre eine Großbaustelle, die Schienen müssten auf der Straße Platz finden. 

Kooperation für Weg über Feldmark: SPD, CDU, Grüne und FDP sind laut Kooperationvereinabrung für den Weg über die Hans-Böckler-Allee. „Den weiteren Ausbau des SPNVs sehen wir ausschließlich bei vollständiger Finanzierung und nachgewiesener Wirtschaftlichkeit. Unter diesen Voraussetzungen verfolgen wir weiterhin den Ringschluss der 301 in der Streckenführung über die Feldmark“, heißt es in der Vereinbarung. Die Grünen hatten schon 2022 argumentiert, dass es über diese Strecke mehr Potenzial für neue Fahrgäste gibt. Zudem gebe es die Gefahr, dass auf der Grothusstraße Bäume gefällt werden müssen, sollte die Straßenbahn in der Straßenmitte fahren.

Nadelöhr Hauptbahnhof: Bei den jetzt laufenden Vorplanungen soll auch untersucht werden, welche Auswirkungen mehr Bahnen und Fahrgäste auf die Tunnel am Hauptbahnhof haben. Die Planer wollen demnach simulieren, wie neue Fahrpläne die Wendeanlagen am Hbf beanspruchen könnten.


dot

Heute wichtig

+++ Am Rhein-Herne-Kanal im Nordsternpark gab es am Wochenende mehrere Badeunfälle mit Jugendlichen. Am Samstagabend bargen Feuerwehrtaucher einen bewusstlosen 16-jährigen aus dem Kanal. Der Jugendliche starb im Laufe der Nacht im Krankenhaus. Am Sonntagabend zogen Rettungstaucher an fast gleicher Stelle gegenüber dem Amphitheater zwei bewusstlose Jugendliche aus dem Wasser. Am Montagmorgen schwebten die 14- und 16-jährigen noch in Lebensgefahr, wie die Polizei der WAZ mitteilte. Polizei Gelsenkirchen | WAZ

+++ Der Krankenhausbetreiber KERN gibt seinen Standort in Erle auf. Abteilungen des Elisabeth-Krankenhauses an der Cranger Straße sollen in den kommenden Jahren zum Sankt-Marien-Hospital in Buer umziehen und mit den Abteilungen dort zusammengelegt werden. KERN will dafür rund 30 Millionen Euro in den Standort Buer investieren. Unter anderem plant das Unternehmen einen neuen Anbau auf dem Hof der Klinik. Dadurch wird die Bettenzahl im Sankt-Marien-Hospital deutlich steigen. Der Großteil des Geldes für den Umbau kommt aus einem Fördertopf von Land und Bund. KERN

+++ Nach wie vor möchten nur wenige Asylbewerber in Gelsenkirchen eine Arbeitsgelegenheit in Anspruch nehmen. Das meldet die WAZ und bezieht sich auf einen Sachstandsbericht der Stadtverwaltung im Sozialausschuss. Die Arbeitsgelegenheiten nach Asylbewerbergesetz sind Aushilfsjobs, zum Beispiel bei den Gelsendiensten. Sie werden mit 80 Cent pro Stunde vergütet. 43 solche Stellen gibt es laut Verwaltung in Gelsenkirchen. Nur rund die Hälfte davon ist besetzt. Die Verwaltung begründet das mit „Missverständnissen, Unsicherheiten sowie individuellen Hemmnissen und Barrieren“, wie die WAZ aus dem Bericht zitiert. WAZ


dot

Heute machen

Das ist heute in Gelsenkirchen los:

+++  Vier minus Drei, Kommunales Kino, Schauburg, 17:45 Uhr & 20:15 Uhr, ab 3 Euro, Alle Infos


dot

Demnächst im Spotlight

25. Juni 2026, 19 Uhr - Kneipenquiz im Spotlight

Es ist soweit: Die zweite Runde unseres Kneipenquiz geht an den Start. Wer hat für Schalke das bisher letzte Tor in der Bundesliga geschossen? Welche Städte erkennen Sie auf einen Blick? Und wie Gelsenkirchen-Fit sind Sie? Es wird ein paar kleine Neuerungen geben. Für das Gewinner-Team winkt aber wieder eine Überraschung, eine Medaille und ewiger Ruhm.

02. Juli 2026, 19 Uhr - Aufgedeckt – die Stadt recherchiert

Wir wollen mit Ihnen zusammen aufdecken, was in Gelsenkirchen nicht gut läuft – und auch, was gut läuft. Jeden ersten Donnerstag im Monat laden wir Sie deshalb zu einer gemeinsamen Redaktionskonferenz ins Café Spotlight ein.

09. Juli 2026, 19 Uhr - Lesestoff & Spritz

Unsere zweites Buch-Speeddating im Spotlight – dieses Mal in der sommerlichen Aperitivo-Style-Edition. Unsere Redaktion und das Team der Buchhandlung Kottmann am Heinrich-König-Platz stellt den besten Lesestoff für den Sommer vor.

Weitere Veranstaltungen im Überblick:

+++ DerWeyers, 11. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
+++ Fahrrad vs. Gelsenkirchen, 16. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung


Ihnen allen einen guten Wochenstart. Denken Sie daran, zwischendurch mal was zu trinken. 

Vielen Dank und bis bald!

Bis die Tage

Ihr

Mario Büscher

An dieser Ausgabe hat Tobias Hauswurz mitgearbeitet.


dot

Worträtsel

Können Sie das heutige Worträtsel lösen?

So funktioniert's:

Erraten Sie das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Es sind nur gültige deutsche Wörter zugelassen.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
  • Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

CORRECTIV ist spendenfinanziert

CORRECTIV ist das erste spendenfinanzierte Medium in Deutschland. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen wir für investigativen Journalismus. Wir lösen öffentliche Debatten aus, arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.

Link kopiert!