
Mario Büscher
Hallo zusammen,
der Müll auf der illegalen Deponie am Hafen Grimberg könnte giftiger sein als bisher angenommen. Das zeigen Proben, die CORRECTIV-Reporter Michael Billig gemeinsam mit SPOTLIGHT Gelsenkirchen genommen hat.
Darum geht’s: Im Gelsenkirchener Osten gibt es eine der wahrscheinlich größten illegalen Deponien Deutschlands. Eine Million Tonnen Müll und Asche dürften dort liegen. Wer für die Entsorgung zuständig ist, wird diskutiert, nur eines ist klar: Falls die Deponie irgendwann abgetragen werden soll, wird das ziemlich teuer. Das Umweltamt geht von mindestens 70 Millionen Euro aus. Auch die Gelsendienste haben ihren Anteil an der Deponie. Sie legen schon einmal 9,5 Millionen Euro zurück.
Die offizielle Darstellung: Die verantwortlichen Stellen sagen bislang, dass die Deponie ungefährlich ist. „Die Analysen bestätigen, dass keine Gefahren für Mensch und Umwelt von den Massen ausgehen“, sagte eine Sprecherin der RAG Aktiengesellschaft, der das Gelände gehört. Sie berief sich dabei auf ein Gutachten, das die RAG in Auftrag gegeben hat. Auch die Stadtverwaltung Gelsenkirchen sieht keinen Grund zur Beunruhigung.
Labor prüft: Unsere Redaktionen wollten es genauer wissen. Deshalb schickten wir vier Proben an ein Fachlabor, die wir von verschiedenen Stellen der illegalen Deponie entnommen haben. Ergebnis: Das Labor fand Schwermetalle, die Krebs verursachen und das Grundwasser verunreinigen können.
Kleine Stichprobe: Die genommenen Proben sind nur eine kleine Stichprobe und das Ergebnis ist nicht repräsentativ. Trotzdem: Alle Proben weisen problematische Stoffe auf.
Heute Abend sprechen wir im Café Spotlight mit CORRECTIV-Reporter Michael Billig über die Müllmafia in Europa und krumme Geschäfte in Gelsenkirchen. Welche Fragen haben Sie dazu? Kommen Sie vorbei und diskutieren Sie mit. Die Anmeldung ist kostenlos.
Besonders auffällig: In einer Senke auf dem Gelände im Hafen Grimberg hat sich Wasser angesammelt. Die Probe daraus enthält Nickel und andere Schwermetalle. Nickelverbindungen gelten als krebserregend, sie können allergische Reaktionen und Haut-Ekzeme auslösen. Die Probe überschreitet den sogenannten Prüfwert der Bundesbodenschutzverordnung um mehr als das Sechsfache. Bei einer Überschreitung müssen Behörden vertiefende Untersuchungen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen einleiten.
Experten uneins: Billig hat zwei Experten zu einer Probe von einem Ascheberg auf der Halde befragt. Die Asche stammt wahrscheinlich aus einer Verbrennungsanlage für Hausmüll. Das Urteil fällt unterschiedlich aus: Franz-Georg Simon von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung hält die Asche für ungefährlich. Wissenschaftler Günter Dehoust indes sagt: „Natürlich sind das giftige Abfälle“.
Die ganze Geschichte zu den Proben, der Herkunft des Mülls und den Verwicklungen in die Nachbarstädte lesen Sie bei den Kollegen. Dafür können Sie auch einfach auf das Bild klicken.

Heute wichtig
+++ In Gelsenkirchen findet seit dem frühen Morgen eine Razzia gegen die Organisierte Kriminalität statt. Laut Polizei werden in der Stadt insgesamt vier Häuser durchsucht. Im Fokus stehen Straftaten wegen des Handels mit Drogen und Waffen. Wie die Polizei SPOTLIGHT sagt, wird aktuell noch eine Verbindung in das Rockermilieu geprüft. Neben Gelsenkirchen wurden auch in Gladbeck und Steinfeld in Niedersachsen Häuser durchsucht.
+++ Rechtsextreme Straftaten haben im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Das ergab eine Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen an das nordrhein-westfälische Innenministerium. Demnach stiegen die rechtsextrem motivierten Straftaten von 83 in 2024 auf 90 in 2025 an. Den Großteil der Straftaten macht die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen aus, also beispielsweise das Zeigen des Hitlergrußes. Insgesamt sind rechtsextreme Straftaten in Nordrhein-Westfalen um rund elf Prozent gestiegen. Ilayda Bostancieri
+++ Anhörungen nach Verkehrsverstößen sind bei der Stadtverwaltung bald digital möglich. Ab dem 1. Juli sind persönliche Anhörungen nicht mehr nötig, teilt die Verwaltung mit. Durch die Umstellung sollen die Verfahren schneller und einfacher gehen. Die benötigten Zugangsdaten für die Online-Anhörung können mit einem QR-Code eingelesen werden. Die Verwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger, die digitalen Angebote in Zukunft zu nutzen. Stadt Gelsenkirchen
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los.
+++ stattWerkSTADT, Mitmach-Theater, MiR.LAB, 18 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Reich ohne Geld, Konzert, Schloß Stolzenfels, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
29.05.2026 – Power-Point-Karaoke
Schnapp dir eine zufällige Präsentation, geh auf die Bühne und rede dich spontan durch Slides, die du selbst noch nie gesehen hast. Ob komplett improvisiert, maximal selbstbewusst oder herrlich planlos – hier zählt dein Auftreten.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
30.05.2026 – Jagsteit & Friends Live
Jagsteit (bzw. Jagsteit & Friends) macht melodischen, handgemachten Acoustic Pop. Die Musikrichtung zeichnet sich durch eine Verbindung von akustischen und elektronischen Elementen aus. Die Texte sind mal lebensbejahend, mal kritisch und immer lebenserfahren.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
11.06.2026 – Kirchennachnutzung: Was wird aus unseren Gotteshäusern?
Gemeinden werden zusammengelegt, Gottesdienste bleiben leer und Kirchen werden entweiht. Wie kann eine Nachnutzung aussehen? Darüber wollen bei uns im Café Spotlight diskutieren. Mit dabei sind Heiner Montanus, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises in Gelsenkirchen und Wattenscheid und Kim Lempelius vom Kunstfestival Manifesta.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
Weitere Events im Spotlight:
Kneipenquiz im SPOTLIGHT, 25. Juni, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen
Wir würden uns freuen, viele von Ihnen heute Abend noch spontan bei unserem Gespräch mit Michael Billig zu treffen. Auch da geht's um Müll in Gelsenkirchen, krumme Geschäfte und giftige Böden. Kommen Sie gerne einfach spontan vorbei oder melden Sie sich hier an.
Vielen Dank und bis bald!
Mario Büscher
An dieser Ausgabe haben Bennet Brinkmann und Michael Billig mitgearbeitet.
Worträtsel
Können Sie das heutige Worträtsel lösen?
So funktioniert's:
Erraten Sie das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Es sind nur gültige deutsche Wörter zugelassen.
- Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
- Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
- Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
CORRECTIV ist spendenfinanziert
CORRECTIV ist das erste spendenfinanzierte Medium in Deutschland. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen wir für investigativen Journalismus. Wir lösen öffentliche Debatten aus, arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.
