author-img
Tobias Hauswurz
Redakteur

Hallo zusammen,

die Händler des Feierabendmarkts auf dem Heinrich-König-Platz machen Vorschläge, wie der Markt attraktiver werden kann. Darum soll es heute gehen, nachdem wir gestern über die Kritik berichtet hatten. Händler und Besucher sorgen sich um die Zukunft des Marktes. Aber: Sie haben noch Hoffnung.

Es braucht einen Kümmerer: Die Hauptkritik ist, dass der Markt nicht gut geführt, sondern in den Augen der Händler nur noch verwaltet wird. In der Diskussion am Dienstag kam heraus, was die Händler sich wünschen würden: Einen Kümmerer, der „pro Markt“ agiert. Aktuell fehlt ein Ansprechpartner vor Ort, jemand der jeden Mittwoch mit den Händlern auf dem Markt steht, kontrolliert, ob genug Bierbänke aufgestellt werden und der vor allem aus eigenem Antrieb den Markt betreut und weiterentwickelt.

Bessere Akquise neuer Händler: Ein Kümmerer, so die Hoffnung der Händler und Gäste, würde sich auch aktiver um neue Händler bemühen. Auch dafür hat die Runde am Dienstag Ideen eingebracht. Sie schlägt vor, neuen Händler am Anfang die Standgebühr zu erlassen.

Bessere Kontrolle: Aber gleichzeitig wünschen sich die Teilnehmer an unserer Diskussion, dass genauer hingeschaut wird: Zum Beispiel, dass die Qualität der Händler stimmt und darauf geachtet wird, dass das Angebot insgesamt vielfältig bleibt. Gelsendienste, aktuell verantwortlich für den Markt, sagt, das passiere bereits. Bei der Akquise werde „darauf geachtet, Doppelungen möglichst zu vermeiden und den Anteil von Ständen mit Alkoholausschank zu begrenzen. Bevorzugt werden verlässliche, ganzjährig teilnehmende Anbieter gegenüber solchen, die nur in den Sommermonaten teilnehmen.“ Händler widersprechen dieser Darstellung zum Teil. Wir haben es mit unserem Spotlight-Café vergangenen Sommer selbst erlebt: Wir standen drei Mal auf dem Markt – genaue Absprachen zu unserem Angebot oder der Aufmachung unseres Standes gab es im Vorfeld nicht. Auch kein Feedback nach unserem ersten Markttag, zum Beispiel, ob unser Stand den Anforderungen entspricht.

Winterpause statt durchgängiger Markt: Ein weiterer Vorschlag lautete, den Feierabendmarkt auf die Monate März bis Oktober zu beschränken. Im Winter sei der Markt ohnehin so gut wie tot. Denkbar, so eine Idee, wäre aber, Winterausgaben stattfinden zu lassen – zum Beispiel mit Feuerschalen und speziellen Winterangeboten wie Glühwein.

Aufenthaltsqualität und besondere Formate: Wie in unserer Ausgabe am Donnerstag geschrieben, lautet eine zentrale Kritik, dass ein externer Dienstleister nicht genügend Bierzeltgarnituren aufstellt, obwohl mehr vorhanden wären. Das Problem ist leicht zu lösen. Aber auch darüber hinaus wünschten sich gerade die Besucher in unserer Diskussionsrunde mehr Aufenthaltsqualität. Sie schlugen beispielsweise mehr mobiles Grün vor. Dabei sprachen sie auch die Händler an. Die könnten ihre Stände selbstständig schöner dekorieren. Früher gab es auf dem Markt auch regelmäßig Live-Musik oder DJ-Sets – das wieder aufleben zu lassen, zumindest ein Mal im Monat, ist ebenfalls ein Vorschlag der Runde.

Kinderbetreuung: Wir haben uns bei der Veranstaltung auch gefragt: Wie könnte man es schaffen, dass das Publikum des Marktes diverser wird, vor allem auch jüngeres Publikum angezogen wird? Eine Idee, um den Markt für Familien mit Kinder attraktiver zu machen: Kinderbetreuung – zum Beispiel einen Mal- oder Kunststand.

Mehr Werbung und Marketing: Bei aller Kritik und Sorge um die Zukunft des Marktes sollte man auch nichts dramatisieren. Bei gutem Wetter ist der Feierabenmarkt nach wie vor gut besucht und ein beliebter Treffpunkt. Die Frage ist eher: Wäre das Potential nicht noch viel größer? Die Vorschläge aus der Runde zu Werbung und Marketing sind nicht weltbewegend oder besonders kreativ: Banner, Plakate und mehr Social Media. Das Problem ist eher: Es braucht ein Budget und jemanden, der es umsetzt.

Fazit: Viele Ideen dürften sich leicht umsetzen lassen. Am Ende landet man aber immer wieder beim Ausgangspunkt und bei der zentralen Kritik: Es braucht einen Kümmerer. Wir haben Gelsendienste übrigens auch gefragt, ob es Bestrebungen gibt, die Organisation der Feierabendmärkte abzugeben. Eine Antwort haben wir darauf bisher nicht erhalten.

Wir bleiben weiter dran. Falls Sie noch Ideen oder Hinweise haben, schreiben Sie uns gerne an gelsenkirchen@correctiv.org.


dot

Heute wichtig

+++ Zum möglichen Aufstieg des FC Schalke am Samstag hat die Fanszene zu einem Stadionmarsch aufgerufen. Dadurch kommt es vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf laut Polizei und Stadtverwaltung zu Einschränkungen bei der Anreise zum Stadion. Die Straßenbahnlinie 302 fährt etwa ab 16 Uhr nur noch aus Richtung Hauptbahnhof zur Arena, nicht mehr aus Buer. Auch auf der Linie 301 gibt es in der Zeit Einschränkungen – sie fährt nicht mehr bis Buer, sondern stoppt am Erle Forsthaus. Auch mit dem Auto könnte es zeitweise schwer werden, zur Arena zu kommen. Der Marsch soll um 16.30 Uhr an der buerschen Domplatte und am Markt beginnen. Zudem warnt die Polizei vor einem Platzsturm im Falle eine Aufstiegs. Polizei Gelsenkirchen

+++ Der Zoll und die Polizei haben sich auf der A2 Richtung Hannover eine Verfolgungsjagd mit einem 24-jährigen Autofahrer geliefert. Dabei wurden Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h erreicht, wie die Polizei Münster am Mittwoch mitteilte. Der Zoll wollte den Mann auf dem Rastplatz Resser Mark kontrollieren. Der beschleunigte aber plötzlich, als sich die Beamten dem Auto näherten. Am Rastplatz Hohenhorst in Recklinghausen endete die Verfolgung. Bei der Kontrolle fand der Zoll beim Fahrer dann mutmaßlich unversteuerte E-Zigaretten. Polizei Münster


dot

Spot On: der Kulturtipp fürs Wochenende

Präsentiert von GelsenMyLove:

ÜnikArt – Markt der Künste: Kunst, Handwerk & Design treffen auf Streetfood, Live-Musik und Workshops. Der Eintritt ist frei. Extra: 11–15:30 Uhr „Pflasterlyrik“ – verewigt eure Poesie mit Kreide auf dem Vorplatz.

+++ Samstag, 02.05.2026, 12-18 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche, Eintritt frei

Blog, Instagram, Newsletter: Kirsten Lipka zeigt unter GelsenMyLove, was Gelsenkirchen kulturell zu bieten hat. Und ab nun auch jeden Donnerstag im Spotlight.


dot

Am Wochenende machen

Das ist am Wochenende in Gelsenkirchen los: 

Donnerstag, 30. April:

+++ Birthday Party, Konzerte und Tanz in den Mai, Eine gute Adresse, ab 17:30 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Phoenix Effect, Tanzabend, Musiktheater im Revier (Kleiner Saal), 19:30 Uhr, ab 16 Euro, Alle Infos

+++ Soundtrips NRW – Lê Quan Ninh & Michel Doneda, Konzert, Werkstatt, 19:30 Uhr, ab 5 Euro, Alle Infos

+++ Trashnacht, Tanz in den Mai, Hier ist nicht da, ab 22 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Rosi wird Teenager, Tanz in den Mai, Rosi, ab 21 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

Freitag, 1. Mai:

+++ Vogelstimmenwanderung, Information, Ehrenmal nähe Knappschaftsklinik, 6 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Quartiersführung über die Bochumer Straße, Justizzentrum, 17:30 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

Samstag, 2. Mai

+++ Mamma Mia, Show, Evangelische Apostelgemeinde, 16 Uhr, ab 29,50 Euro, Alle Infos

+++ Ghost Me If You Can, Theater, Musiktheater im Revier (Kleines Haus), 19 Uhr, ab 16 Euro, Alle Infos

+++ Tobii live - Mutti & Friends, Comedy, Kaue, 20 Uhr, ab 28 Euro, Alle Infos

Sonntag, 3. Mai

+++ Buersche Zechensiedlungen, Führung, Geschichtstafel: 1000 Jahre Kirche in Buer, 10 Uhr, Alle Infos

+++ Die progressiven Nostalgiker, Kino, Schauburg Filmpalast, 12:45 Uhr, Alle Infos

+++ Hello, Dolly!, Musical, Musiktheater im Revier Großes Haus, 18 Uhr, ab 16 Euro, Alle Infos


dot

Demnächst im Spotlight

07.05.2026 – „Akten des Missbrauchs”: Film-Screening mit Q&A

Der Dokumentarfilm „Akten des Missbrauchs“ von CORRECTIV folgt der Spur geheimer Kirchendokumente bis hinter die Mauern des Vatikans. Während die Kirche weiter Papst Benedikt XVI. schützt, stößt die Recherche auf brisante Belege: Ein von ihm unterzeichnetes Schreiben führt zu einem geheimen Archiv, in dem Verbrechen weltweit dokumentiert werden.  Die investigative Dokumentation führt bis an die Spitze der Kirche – und stellt die Frage nach Verantwortung im Umgang mit Missbrauch.

Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir zum Q & A mit dem Reporter hinter der Recherche, Marcus Bensmann, ein.

28.05.2026 – Schmutzige Müllgeschäfte und der Tatort Gelsenkirchen

Gelsenkirchen war CORRECTIV-Recherchen zufolge jahrelang ein millionenschweres Drehkreuz für illegalen Müll. Unser Kollege Michael Billig recherchiert seit Jahren zum Umweltschutz und dreckigen Geschäften mit Abfall. Bei uns im Café wollen wir mit ihm über die deutsche Müll-Mafia, die illegale Deponie im Hafen Grimberg und den aktuellen Ermittlungskomplex „Boden NRW“ sprechen. Michael bringt neue Erkenntnisse, Hintergründe und Fälle aus ganz Europa mit.

Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen


Am Samstag könnte in Gelsenkirchen gleich doppelt fußballerischer Ausnahmezustand herrschen. Schalke kann am Abend mit einem Sieg zu Hause gegen Düsseldorf den Aufstieg klar machen. Fast gleichzeitig könnte Galatasaray türkischer Meister werden. Vielleicht kriegen wir also gleich zwei Meisterfeiern auf einmal, die sich dann zu einer großen Party vereinen. Ich selbst verbringe ein langes Wochenende an der Nordsee.

Die Daumen sind gedrückt – allen Feierwütigen viel Spaß! 

Tobias Hauswurz

An dieser Ausgabe hat Mario Büscher mitgearbeitet.


dot

Worträtsel

Können Sie das heutige Worträtsel lösen?

So funktioniert's:

Erraten Sie das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Es sind nur gültige deutsche Wörter zugelassen.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
  • Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

CORRECTIV ist spendenfinanziert

CORRECTIV ist das erste spendenfinanzierte Medium in Deutschland. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen wir für investigativen Journalismus. Wir lösen öffentliche Debatten aus, arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.

Link kopiert!