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Mario Büscher
Redakteur

Guten Tag, 

einer der Gründe warum wir hier in Gelsenkirchen die erste Lokalredaktion von CORRECTIV aufgemacht haben, war, dass die Stadt ein richtiges Zentrum hat. Die Bahnhofstraße ist Fußgängerzone, links und rechts reihen sich die Ladenlokale aneinander. Problem: Viele davon stehen leer. Und das stört viele.

Auch unsere Leserinnen und Leser. Wir wollen deshalb mit Ihnen darüber sprechen und laden am 22. Januar zu einer Diskussion in unser Café in der Arminstraße ein. Die Anmeldung ist kostenlos. Gemeinsam mit der Leiterin der Wirtschaftsförderung, Uta Willim, wollen wir über die Zukunft der Innenstadt sprechen. 

Schon vor der Veranstaltung wollten wir herausfinden, ob es mit Blick auf zwei große Leerstände auf der Bahnhofstraße Neuigkeiten gibt. Kurze Antwort: Nein.

Weder beim ehemaligen Galeria-Gebäude noch beim früheren Klamottenladen Primark steht fest, was damit passiert. Beide stehen seit weit über zwei Jahren leer. Die Stadtverwaltung bestätigt Gespräche mit dem Inhaber und Entwicklern der Galeria-Immobilie. Mehr aber auch nicht. Zu den Inhalten könne man nichts sagen und verweist auf den Datenschutz und die Rechte Dritter.

Vom Dienstleister für große Handelsimmobilien Retail Management Expertise (RME) aus Oberhausen fallen die Antworten noch knapper aus. „Leider gibt es von uns und vom Eigentümer keine Stellungnahme”, antwortet uns ein Sprecher des Unternehmens auf unseren Fragenkatalog. Und fügt in einer anderen Mail hinzu: „Wir sind Ihr Kontakt zum Eigentümer.” Dieser hält sich in der Öffentlichkeit selbst eher bedeckt. RME betreut unter anderem große Warenhausimmobilien im Auftrag der Eigentümer.

Stadtbibliothek als Mieter

Die grundsätzliche Idee: In das ehemalige Gebäude von Galeria könnten unter anderem auch Stadtbibliothek und Volkshochschule einziehen. Laut einem WAZ-Artikel sollte darüber ursprünglich Anfang des Jahres im Stadtrat entschieden werden. Auf der Tagesordnung für die Sitzung am 23. Januar aber taucht dazu nichts auf. Für die kommende Sitzung am 19. Februar gibt es noch keine Tagesordnung und auch die Verwaltung wollte uns nicht sagen, ob die Weiternutzung des Gebäudes dann eine Rolle spielen wird.

Ein öffentliches Konzept gibt es noch nicht, das macht es für die Menschen in der Stadt und auch für uns als Journalisten schwierig. Wir wollten von der Verwaltung unter anderem wissen:

  • Wie ist der aktuelle Stand der Verhandlungen?
  • In der ersten Etage sollen VHS und Stadtbibliothek einziehen. Wie weit sind die Planungen dafür? Die Stadt könnte hier als Mieterin auftreten. Darüber soll bald der Rat entscheiden. Wie teuer wäre eine solche Miete und über welche Fläche sprechen wir?
  • Inwiefern könnte die VHS in einem ehemaligen Warenhaus den bisherigen Standort adäquat ersetzen? Gibt es ausreichend Räume?

Konkrete Antworten auf die Fragen bekamen wir nicht. Auch bei der Stadtbibliothek haben wir nachgefragt, wurden jedoch an die Pressestelle der Stadt verwiesen.

Auch die Politik muss sich das Thema offenbar erst wieder ins Gedächtnis rufen. Nachfragen bei Stadtratsmitgliedern ergaben: Nichts Neues gehört.

Dabei ist das Thema für die gesamte Stadt relevant, denn das Gebäude dürfte nur weitergenutzt und umgebaut werden, wenn die Eigentümer sicher sind, dass sie durch die Vermietung mehr Geld einnehmen als durch einen Leerstand. Aus Fraktionskreisen hören wir, dass die Stadtverwaltung daher als Ankermieter gewonnen werden soll. Durch einen solchen zentralen Mieter erhoffen sich Vermieter eine Symbolwirkung auf potenzielle weitere Interessenten und sichern sich zugleich regelmäßige Einnahmen.

Vor knapp einem Jahr antwortete Baudezernent Christoph Heidenreich auf eine Anfrage der Grünen im Bildungsausschuss wie folgt: „Die Verwaltung hat ein großes Interesse daran, die Innenstadt und die leerstehende Immobilie in der Bahnhofstraße 48 bis 56 (ehem. Galeria Kaufhof) wieder mit frequenzsteigernden Konzepten zu beleben.” Inwiefern die Nutzung durch städtische Angebote dabei eine Rolle spielen, werde geprüft. Wie weit diese Prüfung mittlerweile ist, sagt die Stadtverwaltung nicht.

Andreas Batzel von der CDU war in der vergangenen Legislaturperiode noch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses und würde sich eine Teilnutzung des Gebäudes durch Stadtbibliothek und Volkshochschule wünschen. „In einer so zentralen Lage bietet es sich an, ein Konzept mit Bildungsangeboten direkt in der Innenstadt mitzudenken”, sagt er.

In Buer hat der Umbau des ehemaligen Hertie-Warenhauses gezeigt: Eine veränderte Nutzung kann zumindest neue Mieter bringen. Im heutigen Linden-Karree gibt es Wohnungen, Restaurants und eben auch Volkshochschule und Stadtbibliothek. Es kann sein, dass das auf der Bahnhofstraße ähnlich funktioniert. Relevante Fragen, die unsere gesamte Stadtgesellschaft betreffen, sollten dazu aber offen diskutiert werden. Denn die ganze Konstellation ist nicht unproblematisch. Die Verwaltung steht unter Zugzwang. Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass der Leerstand gefüllt wird. Die Gefahr: Die Stadtverwaltung könnte am Ende überzogene Mietforderungen akzeptieren. Wenn Sie wissen, was die Miete kosten soll, schreiben Sie mir gerne an mario.buescher@correctiv.org. Das geht auch anonym.

Aldi und Edeka ins Untergeschoss

Neben der Bibliothek und der VHS im oberen Geschoss könnten zwei Einzelhändler ins Erdgeschoss des Gebäudes auf der Bahnhofstraße einziehen. Aldi betreibt um die Ecke ja bereits eine Filiale, plant aber, diese zu verlagern, wie das Unternehmen uns mitteilt. Demnach werden unterschiedliche Standorte „geprüft”, unter anderem auch das ehemalige Galeria-Gebäude. „Für diesen Standort befinden wir uns in konstruktiven Gesprächen mit dem Eigentümer sowie der Stadt Gelsenkirchen.” Aldi schreibt aber auch, dass sich die Planungen in einer frühen Phase befinden. Edeka hat „nichts zum Standort Gelsenkirchen zu vermelden”. 

Der Blick in andere Städte zeigt, dass Kommunen und Eigentümer bei der Nachnutzung ehemaliger Warenhäuser mitunter kreativ werden. In Osnabrück können die Besucher nicht nur shoppen, sondern auch surfen. Im L&T-Kaufhaus gibt es eine künstliche Welle, die gegen Gebühr geritten werden kann. In unserer Nachbarstadt Recklinghausen gibt es eine Kindertagesstätte in einem ehemaligen Karstadt und in Essen wurde Ende des Jahres der Königshof fertiggestellt – mit Markthalle und Aufenthaltsraum für die Innenstadt. Ganz andere Wege könnte Berlin gehen. In der Hauptstadt wird darüber diskutiert, ob Musterungen für die Bundeswehr in ehemaligen Warenhäusern stattfinden könnten.

Aber zurück nach Gelsenkirchen: Schräg gegenüber des ehemaligen Galeria-Gebäudes steht auch das Primark-Haus weiterhin leer und ist auch weiterhin im Besitz des Unternehmens für Billigklamotten. „Konkrete Gespräche” mit Interessenten würden geführt, einen Vollzug gibt es jedoch nicht zu vermelden. Ein Verkauf wird aber angestrebt.

Vergangenes Jahr hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) im Auftrag der Verwaltung eine Machbarkeitsstudie für den früheren Primark in Auftrag gegeben. Ergebnis unter anderem: Der Standort ist sehr zentral und gut an den ÖPNV angebunden, aber: hohe Arbeitslosenquote und viele Menschen mit wenig Geld sind eine Herausforderung. 

Am besten, so die GMA, würde sich ein Mix aus Einzelhandel und Gesundheit anbieten. Also zum Beispiel ein Sportgeschäft, ein Systemgastronom, familienfreundliche Angebote wie eine Bobbycarrennbahn und Ärztinnen und Ärzte. Gut vorstellen könnten sich die Studienmacher aber auch ein Hotel mit Restaurant, wobei die erste Variante wirtschaftlich sinnvoller sei.

Was denken Sie über die Entwicklung der Innenstadt? Haben klassische Zentren überhaupt noch eine Zukunft? Bummeln Sie noch gerne über die Bahnhofstraße oder fahren Sie lieber in andere Städte? Schreiben Sie uns oder kommen Sie am 22. Januar zu unserer Veranstaltung zum Thema Leerstand bei uns im Café in der Arminstraße. Sie können mir aber auch jederzeit schreiben, falls Sie von neuen Entwicklungen in unseren Zentren in der Innenstadt und Buer hören. Meine Mailadresse ist mario.buescher@correctiv.org


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Mitreden

Sparkasse: Wir möchten Ihre Geschichten hören

Der Sparkasseneinbruch in Buer ist ein Verbrechen mit ungewöhnlich vielen Opfern. Viele Menschen haben Ersparnisse oder persönliche Wertgegenstände verloren. Und jetzt sehen sie sich auch noch mit Vorurteilen konfrontiert: In den Schließfächern sei Schwarzgeld gelagert worden oder gar Geld aus der organisierten Kriminalität, von illegalen Clans etwa. 

Die Realität dürfte in den meisten Fällen anders aussehen. Wir wollen den Betroffenen zuhören und ihre Geschichten sichtbar machen. 

Nächste Woche Dienstag, am 20. Januar, sind wir von 7:30 Uhr bis 20 Uhr in unserem Café in der Arminstraße 15 für Ihre Geschichten da. 

Kommen Sie vorbei und sprechen Sie mit meiner Kollegin Ronja Rohen, meinem Kollegen Tobias Hauswurz und mir darüber, was Sie in dem Fall bewegt. Wir möchten zuhören und dokumentieren, wer die Geschädigten des Einbruchs sind und was ihre Geschichte ist.

Alternativ können Sie uns Ihre Geschichte online erzählen. Das geht, indem Sie an dieser Umfrage teilnehmen. Das ist auch anonym möglich.

Neue Details zum Einbruch in Buer

Und noch eine zweite Nachricht zum Einbruch in die Sparkasse in Buer: Die Polizei hat neue Infos zum Einbruch veröffentlicht. Viele Fragen bleiben weiter offen, aber es gibt ein paar neue Ermittlungsergebnisse.

Mittlerweile bekannt ist: Das erste Schließfach wurde am 27. Dezember um 10:45 Uhr im Tresorraum aufgebrochen. Um 14:44 wurde die letzte Öffnung eines Schließfaches digital aufgezeichnet. Ob und wie weit im Voraus die Täter in der Bank waren und wie lange es dauerte, die Beute abzutransportieren, sagt die Polizei nicht. Nach Schätzungen der Ermittler befinden sich derzeit noch hunderttausende Gegenstände im Tresorraum und im Archivraum. Diese werden nun auf Spuren untersucht. Den Tresorraum haben die Einbrecher verwüstet.

Die Täter verwendeten laut Polizei verschiedene chemische Flüssigkeiten im Tresorraum, mutmaßlich um Spuren zu verwischen. Das erschwert die Arbeit, sagt die Polizei.

Ein weiteres Detail: Eine Fluchttür wurde manipuliert, sodass die Täter über ein Parkhaus ungehindert Zugang zum Sparkassengebäude hatten. Was manipuliert in dem Zusammenhang bedeutet, konnte uns die Polizei nicht beantworten, allerdings sagten sie uns auf Nachfrage, dass aktiv etwas an der Tür verändert wurde.

Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)  arbeiten über 230 Ermittler in Zwölf-Stunden-Schichten daran, den Tathergang zu rekonstruieren, Beweise zu sichern, Spuren zu verfolgen und Zeugen zu vernehmen. Unter anderem werden laut NRW-Landesregierung rund 10.000 Stunden Videomaterial ausgewertet und jeder einzelne Geschädigte soll vernommen werden.

Ausschüsse und Bezirksvertretungen tagen wieder

Das politische Leben geht wieder los. In dieser und den kommenden Wochen treffen sich erstmals nach der Wahl im September die Ausschüsse, um über aktuelle Vorhaben und anstehenden Entscheidungen zu beraten.  

Auf den Tagesordnungen stehen neben Entscheidungen zu Personen und der Organisation, wie die Wahl eines Schriftführers, auch der Haushalt.

Für viele der Ausschüsse ist es das erste Treffen in dieser Ratsperiode. Die Bezirksvertretungen hingegen trafen sich bereits im November für eine konstituierende Sitzung.


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Im Spotlight...

...auf der Bühne

22.01.2026 – Leerstand in der Innenstadt stoppen – aber wie?

Nix los in der Stadt, Geschäfte machen zu und Läden stehen jahrelang leer. Immer wieder beschweren sich Leserinnen und Leser von unserem Newsletter über den Leerstand in Gelsenkirchen. Wir wollen gemeinsam mit der Chefin der Wirtschaftsförderung, Uta Willim, diskutieren, was die Verwaltung gegen Leerstände tun kann, wann Eigentümer in der Pflicht sind und wo es vielleicht bald Bewegung gibt. Wie immer sind auch Sie gefragt: Was würden Sie sich für die Innenstädte in Buer und Gelsenkirchen wünschen? Debattieren Sie mit.

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei

29.01.2026 – Wohin mit der Kohle?

In der Gelsenkirchener Lokalpolitik laufen aktuell die Haushaltsberatungen. Wir sprechen mit Daniel Siebel (SPD) und Laura Rosen (CDU) darüber, was in dem knappen Haushalt überhaupt möglich ist: Wo muss gespart werden? Wo kann investiert werden? Wer bekommt Geld? Wer bekommt kein Geld?

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei

31.01.2026 – Märchenpott live: Von Bier und anderen Spinnereien – Die wahre Geschichte von Frau Holle

Im Live-Podcast „Von Bier und anderen Spinnereien – Die wahre Geschichte von Frau Holle” nimmt euch der „Märchenpott”-Podcast mit in Frau Holles Welt und erzählt die Geschichte hinter der Geschichte. Der "Märchenpott", das sind Jenny, Christian und Elena und in ihrem Podcast dreht sich alles um Märchen - und damit um Geschichte, Literatur, Popkultur und Nostalgie. Eben um alles, was in Märchen drinsteckt. Und das ist viel mehr, als man denkt.

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei

05.02.2026 – Lesung mit Lena Schätte: „Das Schwarz an den Händen meines Vaters”

Lena Schätte liest bei uns aus Ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters”, der für den deutschen Buchpreis 2025 nominiert war. Ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält.

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt: 15 Euro

12.02.2026 – Kneipenquiz im SPOTLIGHT

Wer hat für Schalke das erste Tor in der Bundesliga geschossen? Wie sehen unsere Nachbarstädte von oben aus? Und welche Falschnachrichten gibt es zu Gelsenkirchen? Rätseln Sie mit und kommen Sie zu unserem ersten Kneipenquiz. Zusammen mit der Reporterfabrik von CORRECTIV geht es um Politik, Skurriles, Sport, Medien und vieles mehr. Sie können sich alleine oder als Team mit bis zu sechs Mitspielern anmelden.

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Teilnahme kostenlos

Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen

...auf der Karte

Kleine Erinnerung: Wir haben neue Öffnungszeiten. Das heißt, dass Sie Donnerstag, Freitag und Samstag auch nach Feierabend zu uns ins Café kommen können. Die Küche hat durchgehend geöffnet. Und: Wir haben seit Anfang des Jahres eine Ausschankgenehmigung und dürfen Alkohol anbieten.

Unsere Öffnungszeiten in der Übersicht:

Dienstag & Mittwoch: 9 Uhr bis 18 Uhr

Donnerstag bis Samstag: 9 Uhr bis 21 Uhr

Sonntag & Montag: Ruhetag

(Bei Veranstaltungen hat unsere Küche nur bis zum Veranstaltungsbeginn geöffnet. Wir haben aber immer ein paar Veranstaltungssnacks wie Brezeln oder Weingummi im Angebot. Unsere reguläre Speisekarte finden Sie hier.)

Unsere Spritzmeldung: Mit Aperol, Sekt, Soda und Orangen.

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Die Woche auf einen Blick

+++ Die CDU hat den angekündigten Einstellungsstopp der Stadtverwaltung ab 2027 kritisiert. Sie fordert stattdessen gezielte Ausschreibungen für Schlüsselstellen und will, dass der Rat an Entscheidungen dazu beteiligt wird. waz.de

+++ Der saudische Chemiekonzern Sabic Polyoelefine will seine Fabrik in Scholven an Aequita aus München verkaufen. Der Betriebsrat erwartet keine Umstrukturierung. waz.de

+++ Die Produktion im Stahlwerk von Thyssenkrupp Electric Steel wurde zu Beginn des Jahres wieder hochgefahren, die Arbeitsplätze bleiben aber gefährdet. waz.de

+++ Neue Tankstelle in Gelsenkirchen: Aus der ehemaligen Aral-Station an der Horster Straße wird eine HEM-Tankstelle. waz.de


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Köpfe im Spotlight

Diese Woche im Kurzinterview: Norbert Labatzki, Besitzer des Cafés Schloss Stolzenfelz.

Wie sind Sie auf den Namen für Ihr Café gekommen?

Ich habe ab Anfang der 90er als Dr. Stolzenfelz Aktions-Performance gemacht, um mich gegen Diskriminierung einzusetzen. Auf den Namen bin ich gekommen, weil meine Kunst als geschmacklos bezeichnet wurde. Mir fiel der günstige Sekt von Aldi ein und ich dachte: das passt. Aber ich wollte keine Probleme mit den Namensrechten, also habe ich aus dem s ein z gemacht.  Den Namen wollte ich bei der Café-Eröffnung dann auch übernehmen.

Welche Rolle spielen Cafés Ihrer Meinung nach für Gelsenkirchen?

Cafés helfen gegen Einsamkeit. Viele unserer Gäste kommen alleine und finden hier eine Gemeinschaft. Es ist total wichtig, dass gerade alte  Menschen nicht alleine Zuhause in ihren Wohnungen sitzen, sondern rauskommen und so Teil dieser Gesellschaft bleiben. Wir machen deshalb ein Tanzcafé für Senioren, eine Malgruppe, eine Spielgruppe. Außerdem bieten wir konkrete Hilfe bei Beantragung von Pflegestufen, Ausfüllen von Formulare und Beistand bei Amtsgängen. 

Wenn Sie eine Sache an Gelsenkirchen von heute auf morgen ändern könnten - was wäre das?

Ich würde mir mehr Spielraum wünschen. Unsere Arbeit im Café, die ja auch Sozialarbeit ist, würde zum Beispiel helfen, wenn wir weniger Gebühren für die Gema zahlen müssten. Das würde uns entlasten. 

Norbert Labatzki ist Musiker, Performance-Künstler und seit 2020 auch Cafébesitzer. Er betreibt das Café „Schloss Stolzenfelz” in der Gelsenkirchener Innenstadt. Mit seiner Käthe-Kasse möchte er die Menschen unterstützen, die sich sonst eher keinen Kaffee oder Frühstück in Cafés leisten können. Gäste können Geld in die Käthe-Kasse einzahlen und so anderen Menschen Kaffee ausgeben.


Leiten Sie diese Mail doch gerne an Bekannte und Freunde weiter. Das würde uns auch mit Blick auf die Umfrage zum Sparkassen-Einbruch sehr helfen. Um mit uns in Kontakt zu treten, können Sie einfach auf diese Mail antworten.

Herzlichen Dank und bis bald

Mario Büscher

An dieser Ausgabe haben Tobias Hauswurz und Ronja Rohen mitgearbeitet.


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Schon gewusst?

Meine Kollegin Lisa, die unser Café leitet, ist ganz aufgeregt. Vor ein paar Tagen hat sie mir gesagt, dass sie schon achtmal auf der Gastromesse Internorga war, aber noch nie auf der Bühne stand. Mit ein wenig Glück, und Ihrer Hilfe, könnte sich das in diesem Jahr ändern. Denn: Wir haben es in die nächste Runde des Deutschen Gastro-Gründerpreis geschafft, bei dem die innovativsten und besten neuen Konzepte ausgezeichnet werden. Wir mögen unser Konzept aus gutem Essen, lecker Kaffee und Journalismus. Sie vielleicht auch. Wenn ja, könnten Sie uns bei Instagram ein Like unter diesem Post da lassen. Würde uns freuen!


CORRECTIV ist spendenfinanziert

CORRECTIV ist das erste spendenfinanzierte Medium in Deutschland. Als vielfach ausgezeichnete Redaktion stehen wir für investigativen Journalismus. Wir lösen öffentliche Debatten aus, arbeiten mit Bürgerinnen und Bürgern an unseren Recherchen und fördern die Gesellschaft mit unseren Bildungsprogrammen.

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