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Mario Büscher
Redakteur

Hallo zusammen,

Polizei und Ordnungsamt standen am Montagmittag an der Haltestelle Gesamtschule Ückendorf. Irgendwie passend. Denn im folgenden Termin mit Schülerinnen und Schülern sollte es um ein Thema der letzten Wochen bei uns im Newsletter gehen: Jugendkriminalität im Stadtteil.

Darum geht’s: Wir haben in den vergangenen Wochen und auch gestern wiederholt über Gewalt von Jugendlichen an Jugendlichen in Ückendorf berichtet. Dazu sprachen wir mit Eltern, Politikern, der Verwaltung, Sozialpädagogen und der Polizei. In der heutigen Ausgabe sollen auch Jugendliche zu Wort kommen. Das kam in der bisherigen Berichterstattung zu kurz. Wir wollen uns auch für die Zukunft vornehmen, bei Themen, die Jugendliche betreffen, auch mit dieser Gruppe zu sprechen. 

Debatte im Klassenraum: Im Gespräch dieser Redaktion mit den acht Schülerinnen und Schülern zwischen 16 und 19 Jahren wurde eines deutlich: Das Thema Jugendgewalt ist hochkomplex – auch hier im Klassenraum. Und eigentlich geht es in der Debatte auch nicht nur um Jugendliche, sondern um Gewalt insgesamt, wie eine Schülerin zu Beginn des Gesprächs sagt. Es gebe gesellschaftliche Probleme, „finanzielle Instabilität” in einigen Familien und großen Druck, der sich auf Jugendliche überträgt und sich in einigen Fällen auf der Straße entlädt. Auch, weil einige Jugendliche Schwierigkeiten hätten, mit Konflikten umzugehen, sagt eine Schülerin. Sie sieht die Verantwortung auch bei den Eltern. Ihr Mitschüler gibt zu Bedenken, dass die Jugendlichen am Ende selbst für ihre Taten verantwortlich sind. Häufig versuchten Eltern zu Hause ihren Kindern Regeln zu vermitteln, „aber auf der Straße sind sie ein anderer Mensch” und hielten sich oft nicht daran.

Mehr Kontrollen: Polizei und Ordnungsamt sind seit den Vorfällen im Februar und den Reaktionen darauf häufiger in Ückendorf auf Streife. Man habe die Präsenz „deutlich erhöht”, sagt uns die Polizei und nannte dabei, neben Festweg und Ückendorfer Straße, auch die Gesamtschule Ückendorf und die Haltestelle davor. Die Schülerinnen und Schüler, mit denen wir gesprochen haben, nehmen die Kontrollen wahr. Ab und zu gibt es hier Ärger untereinander, sagen sie uns, aber nicht ständig und auch nicht immer wegen Gewalt.

Ob die Kontrollen etwas bringen, darüber herrscht keine Einigkeit. „An sich ist das gut, aber vielen Jugendlichen ist das glaube ich egal”, sagt einer der Schüler. Er glaubt trotzdem, dass Strafen helfen können, besonders, wenn sie etwas kosten. Eine andere Schülerin geht nicht davon aus. Es müsse sich dafür erst in den Köpfen der Jugendlichen etwas ändern. Sie müssten verstehen, dass sie etwas falsch machen und wieso das so ist. Das sind Blickwinkel, die auch in der politischen Debatte immer wieder eine Rolle spielen: Auf der einen Seite werden stärkere Kontrollen und höhere Strafen gefordert, auf der anderen Seite mehr Prävention und Bildungsarbeit. 

Auch die Schülerinnen und Schüler haben das auf dem Schirm. Eine Jugendliche würde sich mehr Workshops und Projekte gegen Gewalt wünschen und sieht auch die Schulen in der Pflicht, diese regelmäßig anzubieten.

Mehr Gewalt? Ob es mehr Gewalt im Stadtteil gibt als früher, können die Schülerinnen und Schüler nicht sagen. Eher nicht, zumindest nicht in letzter Zeit. Ist aber schwer zu beurteilen, sagen sie. Was den Jugendlichen selbst auffällt und was auch eine Lehrerin sagt, die bei dem Gespräch dabei war: Die Sozialen Medien spielen eine größere Rolle als vor ein paar Jahren. Videos von Gewalttaten verbreiten sich über die Handys. Das verändert die Wahrnehmung von Gewalt.

Unsere Umfrage zur Jugendgewalt ist mittlerweile geschlossen. Wir werten Ihre Antworten jetzt aus, führen Gespräche und stellen Rückfragen. Die Ergebnisse lesen Sie in den kommenden Wochen bei uns im Newsletter.


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Heute wichtig

+++ Die Staatsanwaltschaft Essen hat Beweismittel aus dem Sparkassen-Einbruch freigegeben. „Diese Gegenstände können nun koordiniert an die Geschädigten herausgegeben werden”, teilte die Polizei am Dienstag mit. Das allerdings dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Sparkasse ist für die Herausgabe zuständig und wird Betroffene nach eigenen Angaben kontaktieren. Es ist demnach nicht nötig, sich selbst bei der Sparkasse zu melden. Zur Herausgabe benötigt sie etwa genaue Inventarlisten. Polizei Gelsenkirchen

+++ Der Biergarten „Schlössken” in Buer soll am 1. Mai wieder öffnen. Die Gastronomie habe einen neuen Pächter, noch in dieser Woche soll es losgehen, berichtete die WAZ. Der neue Pächter hat einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben und will nach eigenen Angaben zusätzlich Schloss Berge pachten. Das Schlössken hatte Ende vergangenen Jahres vorerst geschlossen. WAZ 

+++ Auf dem Heinrich-König-Platz steht seit Anfang der Woche eine Skulptur. Das Werk mit dem Titel „Engel der Kulturen“ ist für vier Wochen vor der St.-Augustinus-Kirche ausgestellt. Es zeigt einen Ring mit Kreuz, Davidstern und Halbmond und soll für Toleranz und friedliches Miteinander der Religionen stehen. Das Kunstprojekt stand seit 2008 bereits in vielen Städten. Radio Emscher Lippe


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Pfannkuchenindex heute: 102

0,27 Euro – so viel kostet es am 28. April 2026 in Gelsenkirchen einen Pfannkuchen zu machen.

Veränderung zur Vorwoche: der Pfannkuchenpreis ist gesunken. In der Vorwoche kostete ein Pfannkuchen 0,29 Euro.

Unser wöchentlicher Pfannkuchenindex zeigt an, wie teuer das Leben in Gelsenkirchen ist und wie sich die Preise für Grundnahrungsmittel verändern. Liegt der Index über 100 Punkten, sind auch die Preise gestiegen. Ein Index unter 100 Punkten heißt, dass das Leben im Vergleich zum Indextag günstiger geworden ist.

So rechnen wir:

Als Grundlage für unseren Pfannkuchenindex nutzen wir Omas Originalrezept für Pfannkuchen: 2 Eier, 300 ml Milch, 200 g Mehl, 50 ml Mineralwasser und 25 g Butter für die Pfanne. Aus diesem Rezept bekommen wir sechs Pfannkuchen. Die tagesaktuellen Preise für die Zutaten notieren wir jeden Dienstagmorgen im Aldi an der Ahstraße. Der Rest ist Dreisatz. Der Tag, an dem der Index festgelegt wurde, war der 17. Februar 2026 mit einem Preis von 0,27 Euro je Pfannkuchen.


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Heute machen

Das ist heute in Gelsenkirchen los: 

+++ Sie glauben an Engel, Herr Drowak?, Kommunales Kino, Schauburg Filmpalast, 17:45 Uhr & 20:15 Uhr, ab 3 Euro, Alle Infos

+++ Konzertmeditation mit Composing Voices, Consol Theater Kellerbar, 19 Uhr, ab 8 Euro, Alle Infos


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Demnächst im Spotlight

28.04.2026 – Feierabendmarkt 2.0: Was muss passieren, damit der Markt nicht stirbt?

Hinter den Kulissen rumort es beim Feierabendmarkt

Einige Händler sind unzufrieden mit der Organisation. Langjährige Stammbesucher machen sich Sorgen um die Zukunft.

Wir wollen offen über die Probleme sprechen: Am Dienstag, den 28. April, laden wir zu uns ins Spotlight ein. Alle können kommen und mitreden: Händler und Verantwortliche, aber auch Gäste und solche, die es mal waren.

07.05.2026 – „Akten des Missbrauchs”: Film-Screening mit Q&A

Der Dokumentarfilm „Akten des Missbrauchs“ von CORRECTIV folgt der Spur geheimer Kirchendokumente bis hinter die Mauern des Vatikans. Während die Kirche weiter Papst Benedikt XVI. schützt, stößt die Recherche auf brisante Belege: Ein von ihm unterzeichnetes Schreiben führt zu einem geheimen Archiv, in dem Verbrechen weltweit dokumentiert werden.  Die investigative Dokumentation führt bis an die Spitze der Kirche – und stellt die Frage nach Verantwortung im Umgang mit Missbrauch.

Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir zum Q & A mit dem Reporter hinter der Recherche, Marcus Bensmann, ein.

Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen


Heute Abend sprechen wir bei uns im Café Spotlight über den Feierabendmarkt am Heinrich-König-Platz. Kommen Sie gerne noch vorbei, Eintritt kostet nichts.

Vielen Dank und hoffentlich bis heute Abend!

Mario Büscher

An dieser Ausgabe hat Tobias Hauswurz mitgearbeitet.


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Worträtsel

Können Sie das heutige Worträtsel lösen?

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Erraten Sie das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Es sind nur gültige deutsche Wörter zugelassen.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
  • Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
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