
Tobias Hauswurz
Hallo zusammen,
nur noch wenige Tage, in denen Sie mitbestimmen können, ob sich Gelsenkirchen gemeinsam mit der Region Rhein-Ruhr für Olympia 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Wir hatten Sie um Fragen zum Bürgerentscheid gebeten. Eine davon: Was bringt Olympia Gelsenkirchen wirtschaftlich?
Hoffnung auf wirtschaftliche Effekte: Befürworter hoffen, dass die Spiele neue Investitionen bringen und die Wirtschaft ankurbeln. Die Gelsenkirchener SPD empfiehlt mit „Ja” zu stimmen und schreibt: „Olympische Spiele können kurzfristig erhebliche wirtschaftliche Impulse auslösen.“ Die Spiele schafften neue Arbeitsplätze und lokale Unternehmen profitierten langfristig durch erhöhte Nachfrage, neue Netzwerke und internationale Sichtbarkeit. Susanne Cichos, die für FDP im Stadtrat sitzt und aktuell in den Sozialen Medien für die Olympiabewerbung Gelsenkirchens wirbt, sieht das ähnlich und hofft auf mehr Investitionen: „Ich denke da konkret an Hotels und Gastronomie.” Langfristige Effekte könnten dadurch eintreten, dass die Welt auf die Region Rhein-Ruhr aufmerksam werde: „Wir können der Welt zeigen, dass wir ein guter Wirtschaftsraum sind.“
Das sagen Wissenschaftler: Es gibt einige Studien, die untersucht haben, wie sich Olympische Spiele oder andere sportliche Großevents wirtschaftlich auf die Gastgeberregion auswirken. Viele kommen zu dem Schluss: Langfristige wirtschaftliche Effekte Olympischer Spiele gibt es kaum. Das sagen auch Wissenschaftler von Deutschlands Wirtschaftsinstituten, die die Deutsche Presse-Agentur im Oktober vergangenen Jahres befragt hat. Das Münchener Ifo-Institut sieht demnach nur „kleine, kurzfristige Effekte“. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet die wirtschaftlichen Auswirkungen als „begrenzt und oft überschätzt“. Das RWI in Essen spricht von lokal beschränkten Auswirkungen: Bars, Restaurants oder Hotels könnten kurzfristig profitieren.
Vorübergehende Effekte: Zu dem Schluss kommt auch eine Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2021: Das Bruttoinlandsprodukt in der Gastgeberregion im Jahr und Vorjahr der Olympischen Spiele fällt in der Regel drei bis vier Prozentpunkte höher aus, als in Jahren ohne Olympische Spiele. Grund seien vor allem Touristen und die sportlichen Delegationen, die in die Region kommen und Geld ausgeben. Es gibt laut der Studie aber auch Verdrängungseffekte, weil die normalen Touristen wegbleiben oder keine anderen Veranstaltungen stattfinden können.
Praktisch erklärt am Beispiel der Veltins-Arena: Während der Olympischen Spiele, aber auch während des Auf- und Abbaus der temporären Schwimmanlagen, können in der Arena keine Konzerte stattfinden. Vielleicht hätten in der gleichen Zeit Musikfans statt Sportfans die Innenstadt bei Fan-Festen belebt. So sieht es die österreichische Studie. Auch sie sagt: Langfristige wirtschaftliche Effekte geben die Statistiken kaum her.
Heute wichtig
+++ Die CDU will von der Stadtverwaltung wissen, wie es mit einem alten leerstehenden Kiosk in Buer weitergeht. Ein entsprechender Antrag steht auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Nord am Donnerstag. Demnach ist die Stadtverwaltung Eigentümer des Kiosk an der Cranger Straße 51A, der unter Denkmalschutz steht. Die CDU fordert die Verwaltung auf, Lösungen anzubieten. Zuerst hatte die WAZ berichtet. WAZ
+++ Kupferkabeldiebe sind offenbar bei ihrem Vorhaben gestört worden. Am frühen Sonntagmorgen 1:40 Uhr meldeten Zeugen bei der Polizei gemeldet, dass sich Personen Zugang zu einem Rohbau auf der Holtwiesche verschafft hatten. Die Polizei fand zwar keine Täter mehr auf dem Gelände, jedoch ein mögliches Tatfahrzeug und bereit gelegte Kabel. Polizei Gelsenkirchen
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ Extrawurst, Kommunales Kino, Schauburg Filmpalast, 17.45 Uhr und 20.15 Uhr, ab 3 Euro, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
16.04.2026 – Am Limit: Wie Deutschlands Schulsozialarbeiter ausbrennen
Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Gewalt betroffen oder haben schwere psychische Erkrankungen. Schulsozialarbeiter sind häufig die ersten, die ihnen helfen. Doch viele von ihnen sind so überlastet, dass sie nicht mehr alle Kinder unterstützen können. CORRECTIV-Bildungsreporterin Miriam Lenz recherchiert dazu seit Monaten und hat Erfahrungen von hunderten Fachkräften in der Schulsozialarbeit gesammelt. Am 16.04. kommt sie nach Gelsenkirchen und stellt ihre Recherchen vor. Zusammen starten wir an diesem Abend eine eigene lokale Recherche. Wir wollen wissen: Wie ist die Situation von Schulsozialarbeitern in Gelsenkirchen? Und was braucht es, damit Kinder und Jugendliche besser unterstützt werden können?
28.04.2026 – Feierabendmarkt 2.0: Was muss passieren, damit der Markt nicht stirbt?
Der Frühling ist da, das schöne Wetter kommt. Die Feierabendmärkte in der Altstadt und in Buer dürften in den kommenden Wochen wieder voller werden. Nach wie vor sind die beiden Märkte ein beliebter Treffpunkt.
Aber wir hören, dass es hinter den Kulissen rumort:
Bei Händlern wächst die Unzufriedenheit über die Organisation. Langjährige Stammbesucher machen sich Sorgen um die Zukunft. Es wird zu wenig gemacht, um die Märkte weiterzuentwickeln, heißt es von verschiedenen Seiten.
Das einzige was hilft: Über mögliche Probleme offen sprechen, aber auch zusammen überlegen, wie Lösungen aussehen könnten. Das wollen wir tun: Am Dienstag, den 28. April, laden wir zu uns ins Spotlight ein. Alle können kommen und mitreden: Händler und Verantwortliche, aber auch Gäste und solche, die es mal waren.
Weitere Veranstaltungen im Überblick
+++ 07.05.2026 – „Akten des Missbrauchs”: Film-Screening mit Q&A, Spotlight Gelsenkirchen, Eintritt 8 Euro, Alle Infos & Tickets
Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.
Beste Grüße
Ihr
Tobias Hauswurz
An dieser Ausgabe hat Mario Büscher mitgearbeitet.
Worträtsel
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So funktioniert's:
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- Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
- Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
- Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
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