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Mario Büscher
Redakteur

Hallo zusammen,

die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ist der Meinung, dass für den Rechtsanspruch auf eine Betreuung im Offenen Ganztag kein neues Gesetz nötig ist. Und widerspricht damit der Stadtverwaltung, die gegen das Land klagt. Auch darüber wollen wir heute Abend in unserem Café diskutieren. Unsere CORRECTIV-Bildungsreporterin Alexandra Ringendahl kommt vorbei. Melden Sie sich dafür noch kostenlos an. Aber jetzt erstmal zum Thema:

Ausgangslage: Ab Sommer haben zunächst Erstklässler Anspruch auf einen OGS-Platz. Entschieden hat das der Bund. In den kommenden Jahren wird das Recht auf die Betreuung weiter ausgebaut.

Probleme: Durch den Rechtsanspruch werden insgesamt mehr Eltern ihre Kinder in die OGS schicken. Das führt dazu, dass in Küchen mehr Essen gekocht werden muss, es mehr Räume zum Spielen braucht und mehr Kinder vielerorts von gleich viel Personal betreut werden müssen.

Verwaltung: Die Verwaltung betont, dass keine OGS-Plätze von älteren Kindern gekündigt werden, obwohl die Zahlen deutlich steigen. Gleichzeitig sieht sie das Land Nordrhein-Westfalen in der Pflicht und hat das Schulministerium verklagt. Argument: Konnexitätsprinzip – wenn das Land den Ganztag will, soll es ihn auch bezahlen. Die Landesregierung drücke sich davor, gesetzlich klar zu regeln, wer für die Umsetzung zuständig ist. Ein entsprechendes Gesetz fehle und damit auch eine sichere Finanzierung und einheitliche Standards. Bisher gibt es etwa keine Vorgaben für die Größe oder die Ausstattung von OGS-Gruppen.

Landesregierung: Das Land weist die Kritik gegenüber SPOTLIGHT Gelsenkirchen zurück. Der Rechtsanspruch auf Betreuung ergebe sich unmittelbar aus dem Bundesrecht und richte sich gegen die Kommunen. Diese seien bereits jetzt verpflichtet, „ein bedarfsgerechtes Angebot vorzuhalten”, schreiben uns das Familienministerium und Schulministerium. Die Landesregierung hat demnach „nach sorgfältiger Prüfung entschieden, die Umsetzung dieses vom Bund geregelten Rechtsanspruchs per Erlass zu konkretisieren.” Das Schulministerium sagt also, dass kein neues Gesetz nötig ist. Der Erlass sei bereits Mitte 2024 „allen OGS-Beteiligten” bekannt, sodass geplant werden kann. Und: Man stelle mehr Geld zur Verfügung als bisher. Der Gelsenkirchener Stadtverwaltung reicht das nicht. Und sie ist damit nicht allein: Elf Kommunen haben Stand Anfang März bereits Klagen eingereicht.

Diskussion geht weiter: Heute Abend wollen wir weiter über das Thema diskutieren. Dabei sind Alexandra Ringendahl aus dem Bildungsteam von CORRECTIV, Christoph Grün als Vertreter der Träger und Katrin Korte, Grundschullehrerin und Gewerkschafterin. Auch Vertreter der Verwaltung haben wir eingeladen. Es wollte oder konnte aber niemand kommen. Wir freuen uns auf eine konstruktive Debatte.


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Heute wichtig

+++ In der Feldmark wird ein neuer Kindergarten gebaut. Die neue Einrichtung soll Platz für bis zu 130 Kinder bieten. Beim Bau der Kindertagesstätte soll viel Holz benutzt werden. Bis 2029 soll die Kita fertig sein. Vorher muss die alte Kita am Standort abgerissen werden. Sie wird seit Jahren wegen eines Wasserschadens nicht genutzt. Stadt Gelsenkirchen


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Heute machen

Das ist heute in Gelsenkirchen los: 

+++ Stattwerkstadt, Austausch, MiR-Lab, 18 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Stolpersteine, Dokumentarfilm, Kulturraum „die flora“, 18 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ YoBar - Die Yoga-Bar, Winetasting & Yoga, Eine gute Adresse, 19 Uhr, Eintritt ab 32,40 Euro, Alle Infos

+++ Monty Python's Not the Messiah, Oratorium, Musiktheater im Revier, 19:30 Uhr, Eintritt ab 8 Euro, Alle Infos

+++ WDR Bigband feat. Hanno Busch & Sepcial Guest: Anna Luca, Konzert, Heilig-Kreuz-Kirche, 20 Uhr, Eintritt ab 16 Euro, Alle Infos


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Demnächst im Spotlight

26.03.2026 – Recht auf Ganztag – machbar oder zu hohe Belastung?

Ab 1. August 2026 haben Erstklässlerinnen und Erstklässler Anspruch auf Betreuung im Offenen Ganztag. Kommunen klagen und fühlen sich vom Land allein gelassen. Träger fürchten, dass die Betreuung eher zu einer Verwahrung wird. Es fehlen Mensen, Personal und Räume.

Wir wollen mit Expert:innen darüber sprechen, was geschehen muss, um das Recht auf Ganztag gewährleisten zu können. Moderiert wird der Abend von CORRECTIV-Bildungsreporterin Alexandra Ringendahl. Wie immer wollen wir auch mit dem Publikum diskutieren.

19 Uhr
; Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei

01.04.2026 – Power-Point-Karaoke

Beim PowerPoint-Karaoke wird der Vortrag zum unterhaltsamen Abenteuer. Denn hier müssen die Kandidaten eine Präsentation halten, die sie vorher noch nie gesehen haben. Von den besten Tipps zum Überleben bei einer Zombie-Apokalypse über das Machtstreben Napoleons bis hin zum Wegerecht bei Segelbooten ist so ziemlich alles denkbar. Das Publikum entscheidet am Ende, wer am besten präsentiert hat.

Beginn: 19:30 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt 18 Euro (ermäßigt 12 Euro & Community-Ticket 1 Euro)

02.04.2026 – Aufgedeckt – die Stadt recherchiert

Unsere offene Redaktionskonferenz für alle Spotlight-Leserinnen und -Leser. Jeden Monat sprechen wir über die Themen, die Sie bewegen und starten gemeinsam Recherchen. Bei diesem Termin wollen wir vor allem über Jugendkriminalität sprechen. Es ist aber auch Platz für weitere Themen.

09.04.2026 – Olympia oder NOlympia?

Am 19. April dürfen wir alle per Bürgerentscheid mitbestimmen, ob sich Gelsenkirchen an der Bewerbung für olympische Spiele an Rhein und Ruhr beteiligen soll. Im Spotlight diskutieren wir darüber mit Dominic Schneider, Fraktionsvorsitzender SPD im Rat oder Marco Fladrich, Vorsitzender des Sportausschusses für die SPD und Felix Langer, dem Co-Kreisvorsitzenden der Linkspartei.

Beginn: 19 Uhr
; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei

Weitere Veranstaltungen im Überblick

+++ 07.05.2026 – „Akten des Missbrauchs”: Film-Screening mit Q&A, Spotlight Gelsenkirchen, Eintritt 8 Euro, Alle Infos & Tickets

Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen


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Köpfe im Spotlight

Diese Woche im Kurzinterview: René Habersaat und Björn Hansen von Social BallerZ.

René Habersaat und Björn Hansen. Foto: SPOTLIGHT Gelsenkirchen
Mit Ihrem Verein verbinden Sie Basketball mit sozialer Arbeit. Was bringt das?

Wir schaffen ein niederschwelliges Angebot, bei dem Kinder  einfach mitmachen können. Wir beziehen sie von Anfang an ein, stellen vor jeder Session gemeinsam mit den Kindern Umgangsregeln auf. Wir wollen, dass sie sich gesehen fühlen, indem wir ihnen erklären, warum wir was tun. So entsteht Vertrauen. Unser Ziel ist eine Schutzinsel, in der Kinder Sport machen und wichtige soziale Fähigkeiten lernen. 

Warum ausgerechnet Basketball?

Der Sport ist derzeit sehr beliebt und wir merken gerade viel Bedarf. Unseren Verein gibt es seit August 2025 und seitdem haben weit über 500 Kinder an unseren Aktionen teilgenommen. Wir konnten zum Beispiel in der Sankt-Josef-Kirche unser Feld aufbauen oder mit unserem mobilen Korb und Feld zu den Kindern fahren. In den nächsten Jahren wollen wir weiter wachsen: In Zukunft möchten wir eigene Räume, aber auch eigene Turniere organisieren. Das erste soll diesen Sommer starten.

Wenn Sie eine Sache in Gelsenkirchen ändern könnten, was wäre das?

Wir wünschen uns, dass Gewaltfreiheit und Konfliktprävention bei Kindern und Jugendlichen stärker in den Fokus rücken, um ihre überschüssige Energie positiv zu kanalisieren. Wir arbeiten bereits viel mit Schulen, auch Förderschulen, und führen sportliche Aktionen mit Kindern durch. Gerade Förderschulen sollten stärker gefördert werden, da viele Kinder noch unter ihrem Potenzial bleiben.

René Habersaat hat die Social BallerZ gegründet. Basketball half  ihm selbst  durch eine schwierige Zeit. Nachdem er 13 Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet hat, wollte er in die Soziale Arbeit. Da das Angebot an Basketball-Projekten in Gelsenkirchen sehr gering war, gründete er die Social Ballerz, um über den Sport hinaus Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu stärken.

Björn Hansen ist im Vorstand der Social BallerZ und seit Beginn dabei. Er selbst ist Mediator in der Konfliktarbeit. Im Verein ist er unter anderem für die Verwaltung, Kooperationen und  Sponsoring verantwortlich. Basketball hat er in seiner Jugend hobbymäßig gespielt


Wir werden immer mehr: Seit der Umstellung auf unsere tägliche Ausgabe sind wir weiter gewachsen. Das ist toll! Leiten Sie Newsletter trotzdem immer gerne weiter, wenn Sie denken, dass unsere Themen für Menschen interessant sein könnten, die uns noch nicht kennen.

Vielen Dank und bis bald! 

Ihr

Mario Büscher

An dieser Ausgabe haben Tobias Hauswurz und Ronja Rohen mitgearbeitet.


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Worträtsel

Können Sie das heutige Worträtsel lösen?

So funktioniert's:

Erraten Sie das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Es sind nur gültige deutsche Wörter zugelassen.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
  • Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

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