
Tobias Hauswurz
Hallo zusammen,
ein dänisches Architekturbüro hat das zentrale neue Gebäude für den geplanten „Bildungs- und Innovationscampus” entworfen. Der Entwurf für das „Campus Tor“ hat das Zeug dazu, im Zusammenspiel mit dem weißen Riesen und dem Musiktheater, das Stadtbild in den kommenden Jahrzehnten zu prägen.
Darum geht’s: Der von der Stadtverwaltung sogenannte „Bildungs- und Innovationscampus“ ist das größte städtebauliche Projekt Gelsenkirchens in den kommenden Jahren. Auf dem Gelände der ehemaligen Polizeiwache und des ehemaligen Zentralbads baut die Verwaltung ein neues Schwimmbad und ein neues Schulgebäude. Die Pläne für das „Campus Tor“, das größte und markanteste Gebäude an der Ecke Flora- und Overwegstraße, hat die Verwaltung nun vorgestellt.
Neuer Standort für das BTG: In das Gebäude, dessen Entwurf die Stadtverwaltung jetzt vorgestellt hat, soll nach Fertigstellung das Berufskolleg für Technik und Gestaltung (BTG) einziehen. Das Berufskolleg mit rund 1.200 Schülerinnen und Schülern befindet sich aktuell nur eine Straßenkreuzung weiter die Overwegstraße hinauf. Zusammen mit dem BTG will sich auch die Industrie- und Handelskammer in dem neuen Gebäude ansiedeln – weitere Bildungsträger im Kontext beruflicher Bildung sollen im Gespräch sein.
Der Siegerentwurf: Rund 40 Architekten aus der ganzen Welt hatten sich beworben. Das dänische Architekturbüro C. F. Møller Architects hat mit seinem Entwurf den Zuschlag bekommen. Die Dänen gelten international als Experten für moderne Bildungsgebäude. Sie wollen viel Holz, aber auch Beton verbauen. In den beiden unteren Etagen sind Werkstätten und öffentlich zugängliche Bereiche wie die Mensa geplant. Die beiden oberen Etagen sind für die Schule reserviert.




So sieht der Siegerentwurf aus. Bilder: Renderings von C.F. Møller Danmark A/S
Weitere Eindrücke vom Entwurf gibt es auf der Webseite der dänischen Architekten.
Neues Unterrichtskonzept: Entworfen haben die Architekten das Gebäude nicht nur nach dem, was räumlich möglich ist, sondern auch nach dem pädagogischen Konzept, mit dem das BTG künftig unterrichten will: „Selbstreguliertes Lernen“. Dabei bekommen Schülerinnen und Schüler mehr Freiheiten, ihr Lernen selbst zu gestalten. Für die Umsetzung braucht es aber andere Räume: Nicht nur Klassenzimmer mit Tischen und Tafel für Frontalunterricht, sondern flexibel gestaltbare Räume, Selbstlernzonen und Möglichkeiten, draußen Unterricht zu machen. All das haben die Architekten berücksichtigt, sagen sie.
Der Zeitplan: Weil wahrscheinlich viele Bauteile vorgefertigt angeliefert werden können, rechnet Stadtbaurat Christoph Heidenreich mit einer vergleichsweise kurzen Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren. Ab 2028 soll bis 2030 gebaut werden.
Die Kosten: Über die genauen Baukosten schweigt die Stadtverwaltung noch. Die genauen Budgetplanungen seien noch nicht abgeschlossen. Insgesamt will die Stadtverwaltung mehr als eine halbe Milliarde Euro in den neuen Campus investieren. Das jetzt vorgestellte Gebäude ist laut Heidenreich das größte und teuerste. Für das neue Zentralbad nebenan plant die Verwaltung mit rund 60 Millionen Euro Baukosten.
Die weiteren Pläne: Das jetzt vorgestellte Gebäude ist neben dem Zentralbad nur ein Baustein für den Bildungs- und Innovationscampus. Was sonst noch geplant ist, beschreiben wir in unserer morgigen Ausgabe.
Heute wichtig
+++ Auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Ewald gibt es zur WM Public Viewing. Laut den Veranstaltern ist auf dem Gelände Platz für bis zu 10.000 Besucher. Neben den gezeigten Spielen der Fußball-WM 2026 sollen auch Musiker wie Vanessa Mai oder DJ Ötzi auftreten. Die Eröffnung zum WM-Start am Donnerstag (11. Juni) ist kostenlos. Für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gibt es Tickets ab zwei Euro. Radio Emscher Lippe
+++ Immer mehr Menschen in Gelsenkirchen beziehen die Grundsicherung. Wie die WAZ berichtet, ist die Zahl der Leistungsberechtigten im Alter seit 2020 um rund 42 Prozent gewachsen. Außerdem zeigen die Zahlen, dass mehr Frauen als Männer betroffen sind. Gründe dafür seien unter anderem mehr Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Nach Angaben der Stadt beziehen aktuell insgesamt 3506 Personen Grundsicherung im Alter. WAZ
+++ Das Projektbüro des 5-Standorte Programms Gelsenkirchen hat eine Förderung von rund 1,4 Millionen Euro erhalten. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist damit der Fortbestand des Projektbüros weiter möglich. Das Büro hilft beispielsweise Behörden oder Unternehmen, passende Förderprojekte zu finden. Hintergrund ist der Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2038 in Deutschland. Für die damit einhergehende Neuausrichtung werden betroffene Standorte im Ruhrgebiet vom Bund mit insgesamt 662 Millionen Euro gefördert. Neben Gelsenkirchen erhalten auch Duisburg, Hamm, Herne und der Kreis Unna Fördermittel. Stadt Gelsenkirchen
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ 22 Bahnen, Kommunales Kino, Schauburg Filmpalast, 17.45 Uhr & 20.15 Uhr, ab 3 Euro, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
11.06.2026, 19 Uhr – Kirchennachnutzung: Was wird aus unseren Gotteshäusern?
Gemeinden werden zusammengelegt, Gottesdienste bleiben leer und Kirchen werden entweiht. Wie kann eine Nachnutzung aussehen? Darüber wollen bei uns im Café Spotlight diskutieren. Mit dabei sind Heiner Montanus, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises in Gelsenkirchen und Wattenscheid und Kim Lempelius vom Kunstfestival Manifesta.
18. Juni 2026, 19 Uhr - Köpfe im Spotlight: Melahat Tonyali
In unserem unregelmäßigen Talk-Format haben wir im Juni Melahat Tonyali zu Gast. Die 58-Jährige ist die erste Preisträgerin des neuen Gleichstellungspreises „Femmetastisch“ der Stadt Gelsenkirchen. Den Preis hat Tonyali für ihr jahrelanges Engagement um die Integration von Zugewanderten Frauen und Kindern bekommen. Wir sprechen mit ihr über ihre Arbeit im Verein „Eltern für Eltern Brücke e.V.“, die Situation migrantischer Frauen in Gelsenkirchen und wie Integration in Gelsenkirchen gelingen kann.
20. Juni 2026, 16 Uhr - The Colins Company live
The Colins Company ist eine Folk-Cover-Band um den Gelsenkirchener Musiker Rüdiger Jagsteit. Der erste Teil des Konzerts findet Open-Air draußen vor dem Laden statt, der zweite Teil dann im Café. Weil der Eintritt frei ist, geht ein Hut rum.
Weitere Veranstaltungen im Überblick:
+++ Kneipenquiz im Spotlight, 25. Juni, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
+++ Aufgedeckt – die Stadt recherchiert, 2. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
+++ Lesestoff & Spritz, 9. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
Ich hoffe, Sie konnten ein langes Wochenende genießen. Das war es dann jetzt für die meisten auch erstmal für längere Zeit mit Feiertagen – der 3. Oktober und Allerheiligen fallen aufs Wochenende, wie mein Kollege Bennet Brinkmann kürzlich festgestellt hat. Kommen Sie gut in die Woche und wie immer: Schreiben Sie uns, was Sie zur heutigen Ausgabe denken.
Danke und viele Grüße
Tobias Hauswurz
An dieser Ausgabe hat Bennet Brinkmann mitgearbeitet.
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