
Mario Büscher
Hallo zusammen,
Stadtverwaltung, Stadtwerke und ein möglicher Betreiber sprechen über die Wiedereröffnung der Eishalle in Gelsenkirchen. Der Eishockeyverein EHC Gelsenkirchen hofft bereits darauf, ab kommendem Herbst wieder in der Emscher-Lippe-Halle spielen zu können. Auch der Betreiber nährt im Gespräch mit dieser Redaktion die Hoffnung. Dabei gibt es einige Fragezeichen. Und: Die Nutzung wäre wohl erstmal nur auf Zeit.
Darum geht’s: Die Eishalle in Erle wird seit langer Zeit nicht mehr für seine ursprünglichen Zwecke genutzt. Der EHC Gelsenkirchen ist umgezogen und auch die Discoabende auf dem Eis gibt es nicht mehr. Und das seit 2019. In der Zwischenzeit wurde die Halle unter anderem während der Pandemie als Impfzentrum genutzt. Zuletzt aber hatten die Kollegen der WAZ berichtet, dass der EHC auf eine Wiedereröffnung noch im September hofft.
Das ist der Stand: Derzeit kann man in der Eishalle nicht Schlittschuh laufen. Es gibt aber Gespräche zwischen einem möglichen Betreiber, den Stadtwerken und der Stadt. Wie weit diese Gespräche fortgeschritten sind, sagen uns Stadtverwaltung und Stadtwerke nicht. Bisher geht es nach Informationen dieser Redaktion aber noch eher darum, ob es überhaupt wieder losgehen kann.
Das sagt der mögliche Betreiber: Martin Brodde möchte die Eishalle übernehmen. Er betreibt bereits seit einigen Jahren eine Eishalle in Bergkamen. Daher kennt er auch den EHC, weil der Verein zwischendurch dort spielte und trainierte, seitdem die Emscher-Lippe-Halle nicht mehr zur Verfügung steht.
Brodde habe „der Stadt ein Rezept hingelegt”, sagt der Unternehmer SPOTLIGHT Gelsenkirchen. Er würde die Technik und die Organisation des Betriebs der Eishalle übernehmen. Kaufen will er die Eissporthalle nicht. Von der Verwaltung möchte er finanzielle Unterstützung, um „eine Eissaison zu garantieren”. Dem Hellweger Anzeiger sagte Brodde, er wolle „Manpower” in die Halle in Gelsenkirchen stecken, „aber kein Geld”.
Brodde sagt, er könnte im September starten, Voraussetzung: Es gibt eine Einigung mit der Stadtverwaltung und den Stadtwerken. Um wie viel Geld es geht, wissen wir nicht.
Nutzung ist begrenzt: Dass Brodde keine finanziellen Risiken eingehen will, hängt auch damit zusammen, dass die Eishalle nach derzeitigem Stand nicht endlos offen bleiben dürfte. Denn: Die Nutzung der Eishalle ist „maximal auf die Zeit bis zum Abriss der Emscher-Lippe-Halle begrenzt”, wie aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage im Sportausschuss hervorgeht. Der Abriss wiederum sei abhängig vom Bau des neuen Zentralbades und der Gesamtschule Berger Feld. Der Neubau des Zentralbades könnte 2028 abgeschlossen sein. Die Gesamtschule soll „auf einer Teilfläche der Freiflächen des Sportparadieses” entstehen, wie die Stadt Anfang 2025 mitteilte.
Brodde will nach eigener Angabe von Saison zu Saison schauen, ob es jeweils ein Jahr weitergehen kann. Er wolle die Halle „so lange wie möglich” betreiben.
Bäderkonzept: Eine Rolle in der Diskussion spielt wohl auch das Bäderkonzept, das Gelsenkirchen 2018 beschlossen hatte. Darin wurde ursprünglich festgelegt, dass zunächst im Berger Feld das neue Sportparadies entstehen soll und dann das Zentralbad. Das kam anders – zunächst wird daher nun das Zentralbad auf dem neuen Bildungscampus gebaut.
Das sagt der Verein: Der EHC wäre sofort dabei, auch wenn es nur ein Umzug auf Zeit wäre. „Wir sind ein Gelsenkirchener Verein, wir gehören nach Gelsenkirchen”, sagt EHC-Geschäftsführer Matthias Begel SPOTLIGHT Gelsenkirchen. Mit Brodde sei man im Austausch. Bereits Ende vergangenen Jahres gab es in den sozialen Medien Aufrufe, die Pläne zu unterstützen. Dort erhielt der Verein viel Zuspruch.
Verwaltung hält sich bedeckt: Wir haben die Stadtverwaltung und die Stadtwerke gefragt, ob sie einen Einzug bis September für realistisch halten, welche Rolle das Bäderkonzept und die begrenzte Nutzung bis 2028 bei den Gesprächen mit dem potentiellen Betreiber spielen. Von den Stadtwerken bekamen wir bis Redaktionsschluss keine Antwort. Die Stadtverwaltung schrieb uns lediglich: „In der von Ihnen benannten Vorlage heißt es: ’Pläne für eine Zukunft des Eissports stehen derzeit noch aus, es wird auf die laufende Sportentwicklungsplanung verwiesen.’ Genau das ist aus Sicht der Stadtverwaltung der Stand der Dinge.”
Heute wichtig
+++ Im Nordsternpark fand gestern der Spatenstich für den Bau der IGA-Ausstellungsflächen statt. Wie Radio Emscher Lippe berichtet, sollen auf rund 4.000 Quadratmetern sechs Themengärten entstehen. Sie zeigen beispielsweise nachhaltige Pflanzkonzepte oder innovative Gartendesigns. Gestaltet und bepflanzt werden diese dann von Landschaftsgärtnern aus ganz Nordrhein-Westfalen. Außerdem soll es im Nordsternpark ein „Grünes Klassenzimmer” und einen Pavillon geben, in dem sich Gäste Tipps für den eigenen Garten holen können. Die Internationale Gartenausstellung erwartet nächstes Jahr über drei Millionen Besucherinnen und Besucher. Radio Emscher Lippe
+++ In Gelsenkirchen-Buer wurde vergangenen Sonntag ein Wolf gesichtet. Zwei Menschen haben den Wolf unabhängig voneinander an der Ressestraße und auf der Westerholter Straße im Gelsenkirchener Norden gesehen, wie die WAZ berichtet. Auch die Polizei war vor Ort im Einsatz und konnte bestätigen, dass es sich bei dem Tier wohl um einen Wolf handelt. Bei der Identifizierung habe unter anderem ein Video der Frau geholfen, die das Tier am Sonntagvormittag gesehen hat. Seit einigen Jahren kommt es in Gelsenkirchen immer öfter zu mutmaßlichen Wolfssichtungen. WAZ
Spot On: der Kulturtipp fürs Wochenende
Präsentiert von GelsenMyLove:
So geheim, dass es kaum beworben wird: Am Sonntag findet bereits der zweite Auftritt junger Künstler*innen des Gelsenkirchener Labels 99 rockets records statt. Die deutsch-türkische Musikerin Aylin Leclaire verzaubert euch mitten in der Innenstadt mit ihrem folkloristisch-düsterpopigen Elektrosound und entführt vor liebevoll arrangierter Kulisse in andere Welten und Dimensionen. Supportet wird sie von Lukas Hermann an den Synthesizern.
+++ Sonntag, 10. Mai, 18-20 Uhr, IGA Pop-Up-Store auf der Bahnhofstraße, Eintritt frei
Blog, Instagram, Newsletter: Kirsten Lipka zeigt unter GelsenMyLove, was Gelsenkirchen kulturell zu bieten hat. Und ab nun auch jeden Donnerstag im Spotlight.

Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ Jazz im Wandel: Felix Ziech & Friends, Konzert, Eine Gute Adresse, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ GEjazzt OPEN, Konzert, Kulturraum „die flora“, 20 Uhr, ab 10 Euro, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
16.05.2026 – Lachk(r)ampf
Flachwitze-Abend im Café – unter dem Motto: „Wer zuerst lacht, verliert.“ In gemütlicher Atmosphäre, mit Drinks und leckeren Snacks, tretet ihr gegeneinander an und droppt eure flachsten Witze.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
21.05.2026 – Aufgedeckt – Die Stadt recherchiert
Wir wollen mit Ihnen zusammen aufdecken, was in Gelsenkirchen nicht gut läuft – und auch, was gut läuft. Jeden Monat laden wir Sie zu einer gemeinsamen Redaktionskonferenz ins Spotlight ein. Wir sprechen über unsere aktuellen Recherchen, geben einen Einblick in unsere tägliche Arbeit und suchen nach neuen Perspektiven auf die Nachrichten in der Stadt und in den Stadtteilen.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
22.05.2026 – Game On – Spotlight-Edition
Spieleabend mit abwechslungsreichen Minigames im 4er-Team-Format: In verschiedenen Challenges tretet ihr gegeneinander an und stellt eure Fähigkeiten auf die Probe.
Beginn: 19 Uhr ; Ort: Spotlight Gelsenkirchen, Arminstraße 15, 45879 Gelsenkirchen; Eintritt frei
Weitere Events im Spotlight:
+++ Akten des Missbrauchs, Filmvorführung mit Q&A, 7. Mai, 19 Uhr, 8 Euro, Ausverkauft
+++ Schmutzige Müllgeschäfte und der Tatort Gelsenkirchen, Recherche-Abend mit CORRECTIV-Repoter Michael Billig, 28. Mai, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Power-Point-Karaoke, 29. Mai, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Jagsteit & Friends Live, Konzert, 30. Mai, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen
Gestern haben wir über den Vorschlag der Verwaltung berichtet, die Grundsteuer für Wohngrundstücke zu erhöhen. Wohnen in Gelsenkirchen würde dann für viele Menschen teurer werden. Durchgerutscht ist uns, dass die Erhöhung laut Verwaltung rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres gelten soll. Darauf hat uns ein aufmerksamer Leser gebracht. Danke sehr! Mittlerweile gibt es dazu auch eine Pressemitteilung der Verwaltung.
Vielen Dank und liebe Grüße
Mario Büscher
An dieser Ausgabe haben Tobias Hauswurz und Bennet Brinkmann mitgearbeitet.
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