
Mario Büscher
Hallo zusammen,
es könnte noch etwas dauern bis neue Mieter in das ehemalige Primark-Gebäude in der Innenstadt einziehen – im schlimmsten Fall mehrere Jahre, wie uns der neue Besitzer sagt. Aber: Die Suche nach interessierten Einzelhändlern hat begonnen.
Darum geht’s: Das ehemalige Modehaus an der Bahnhofstraße 41 bis 47 steht leer seitdem Primark vor knapp drei Jahren ausgezogen ist. Lange passierte gar nichts. Im Februar meldete die irische Modekette dann den Verkauf an die Unternehmensgruppe Saller aus Weimar. In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder versucht, Kontakt zur Firma aufzunehmen. Jetzt konnten wir mit einem Projektentwickler des Immobilieninvestors sprechen.
Entscheidung für Gelsenkirchen: Vor gut einem Jahr, im Mai 2025, gab es laut der Firma Saller den ersten Kontakt mit Primark – ein Makler hatte das Gebäude angeboten. Danach habe man sich den Standort angeschaut und sich ein wenig auch aus dem Bauch heraus entschieden. Für Gelsenkirchen spreche die Größe, es gebe eine Innenstadt, in der viele Menschen unterwegs sind. Vorbehalte, etwa wegen der geringen Kaufkraft, habe man nicht.
Einzelner Mieter unwahrscheinlich: Dass in das Gebäude ein einzelner Händler einzieht und alle Etagen bespielt, wie zuletzt Primark, hält die Saller-Gruppe für „sehr unwahrscheinlich“. Der Markt dafür sei kaum noch da, es laufe auf mehrere Läden und verschiedene Nutzer hinaus. „Aktuell gibt es aber noch keinen Interessenten, der kurz davor steht, einen Mietvertrag mit uns zu unterschreiben“, so die Firma. Die Stadtverwaltung hatte im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie für das Gebäude in Auftrag gegeben. Demnach würde sich ein Mix aus Einzelhandel und Gesundheit anbieten. Also zum Beispiel ein Sportgeschäft, ein Systemgastronom, familienfreundliche Angebote wie eine Bobbycarrennbahn und Ärztinnen und Ärzte. Die Firma Saller hat das Gutachten zur Kenntnis genommen. Man wolle aber auch mit den eigenen Architekten und Bauzeichnern überlegen, was überhaupt geht und wofür es Interessenten gibt.

Zeitplan: Ziel sei es, das Gebäude „so voll wie möglich“ zu bekommen. Das wird laut Saller aber nicht einfach: „Bei solch großen Häusern wie in Gelsenkirchen dauert es etwas länger.“ Die Firma selbst nennt das Beispiel Witten: Dort ist Saller 2017 in einem ehemaligen Kaufhof eingestiegen. Die Sanierung aber ging erst dieses Jahr los. So lange soll die Wartezeit den Angaben zufolge in Gelsenkirchen nicht werden. In Witten habe auch die Corona-Pandemie eine Rolle gespielt. Trotzdem: „Im schlimmsten Fall kann es mehrere Jahre dauern“, sagt uns die Firma und fügt an: „Wir haben uns auf den Weg gemacht, aber das Ziel noch nicht im Blick.“ Sanieren will Saller erst, wenn erste Flächen vermietet sind.
Unternehmensstrategie: Der Kauf in Gelsenkirchen durch Saller ist kein Einzelfall. Er ist Teil der Strategie des Unternehmens, im Westen Deutschlands zu wachsen. In unserer Region gehören Saller in Dortmund, Dorsten, Hattingen, Mülheim, Bochum und eben Witten Kaufhäuser oder Einkaufszentren. Das gehöre zum Kerngeschäft der Gruppe, teilt uns das Unternehmen mit. In Deutschland, Polen, Österreich, Tschechien und der Slowakei gehörten Saller nach eigenen Angaben Ende vergangenen Jahres Gebäude mit insgesamt 2,5 Millionen Quadratmetern Fläche. Bis 2029 sollen es drei Millionen Quadratmeter sein. Deutschlandweit hat Saller 60 Standorte – die mit Abstand meisten im Ländervergleich.
Verwaltung auch dabei: Die Stadtverwaltung steht nach eigenen Angaben in einem „regelmäßigen Austausch“ mit dem Eigentümer. Infos zu möglichen Mietern oder zum Stand von Gesprächen liegen ihr aber nicht vor. Der Projektenwickler lobt im Gespräch mit SPOTLIGHT Gelsenkirchen die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung. „Ein Standort mitten in der Innenstadt in einer Stadt wie Gelsenkirchen hat auch kommunalpolitisch immer eine gewisse Bedeutung“, so das Unternehmen.
Grundsteuer sparen: In der Zeit, in der das Gebäude noch keine Mieter hat, muss Saller unter Umständen nicht die gesamte Grundsteuer zahlen. Die kann um bis zu 50 Prozent gemindert werden – sofern der Leerstand nicht selbstverschuldet ist. Als Nachweis dafür kann es ausreichen, die freien Flächen über Online-Portale anzubieten und damit zu zeigen, dass versucht wird, sie zu vermarkten. Das macht Saller. In der Beschreibung der Anzeige auf der eigenen Webseite heißt es unter anderem: „Profitieren Sie von einer hohen Besucherfrequenz und einem vielfältigen Branchenmix innerhalb des Einkaufszentrums“. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das noch mehr Wunsch als Realität.
Heute wichtig
+++ In Gelsenkirchen gab es am Dienstagabend wegen bundesweiter Bahnausfälle massive Einschränkungen für Bahnreisende. Laut der Deutschen Bahn gab es gegen 22.30 Uhr einen Ausfall des digitalen Bahnfunks, wodurch Lokführer und Fahrdienstleister nicht mehr kommunizieren konnten. Deutschlandweit mussten Züge deshalb in Bahnhöfen stehen bleiben und es kam zu Verspätungen und Ausfällen. Auch in Gelsenkirchen waren viele Menschen betroffen. Am Abend spielte Helene Fischer vor rund 53.000 Fans in der Veltins Arena. Besucher mussten am Bahnhof mehrere Stunden auf ihre Abreise warten, wie Radio Emscher Lippe berichtete. Die Störung wurde gegen kurz vor 1 Uhr aufgehoben. Deutsche Bahn
+++ Die Fußgängerzone an der Domplatte in Buer ist erweitert worden. Mit dem Auto kann man seit kurzem nicht mehr vollständig in die Hagenstraße fahren, das berichtet die WAZ. Vor Ort sollen Sitzgelegenheiten, Außengastronomie und Raum für Veranstaltungen entstehen, auch im Winter sollen Events stattfinden. Laut einem Gastronom sollen rund 200 Menschen auf den Platz passen. Bereits zum WM-Spiel der Herren-Nationalmannschaft gegen Ecuador, soll ein Public Viewing stattfinden. WAZ
+++ Nach dem Badeunfall am Rhein-Herne-Kanal am Montag ist ein 14-Jähriger in der Nacht zu Dienstag gestorben. Wie die Polizei berichtet, wurden bei dem Unfall ein 14-Jähriger und ein 19-Jähriger schwer verletzt. Der 14-jährige Gladbecker starb nun wegen der schweren Verletzungen, der 19-Jährige schwebt weiter in Lebensgefahr. Bereits am Samstag starb ein Jugendlicher beim Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal. Polizei Gelsenkirchen
20 Minuten Gelsenkirchen
Bis Ende des Jahres soll der Vorschlag feststehen, auf welcher neuen Strecke die Straßenbahn 301 bald durch Gelsenkirchen fahren soll. Für den seit Jahrzehnten immer wieder diskutierten Ringschluss der 301 gibt es zwei Alternativen. Einen durch Schalke, einen durch die Feldmark. Welche sinnvoller scheint, klären wir in dieser Ausgabe.
Außerdem gibt es neues von unseren Lieblingskleingärtnern in Ückendorf: Die Stadtverwaltung scheint nun endlich bereit zu sein, den Gärtnern entgegenzukommen.
Im Café Spotlight sprechen Lennart Hemme (Radio Emscher Lippe) und Tobias Hauswurz (Spotlight Gelsenkirchen/CORRECTIV) jede Woche über die Themen, die Gelsenkirchen bewegen.
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ Sommerfest in der Quartiersoase, Sommerfest, Quartiersoase Bochumer Straße, 14 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ flora liest…, Lesung, Kulturraum „die flora“, 16 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Kein Land für Niemand, Film & Diskussion, Hier ist nicht da, 18 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++20 Jahre Sommermärchen, Talk & Film, Bei Gil, 18.30 Uhr, EIntritt frei, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
25. Juni 2026, 19 Uhr - Kneipenquiz im Spotlight
Es ist soweit: Die zweite Runde unseres Kneipenquiz geht an den Start. Wer hat für Schalke das bisher letzte Tor in der Bundesliga geschossen? Welche Städte erkennen Sie auf einen Blick? Und wie Gelsenkirchen-Fit sind Sie? Es wird ein paar kleine Neuerungen geben. Für das Gewinner-Team winkt aber wieder eine Überraschung, eine Medaille und ewiger Ruhm.
02. Juli 2026, 19 Uhr - Aufgedeckt – die Stadt recherchiert
Wir wollen mit Ihnen zusammen aufdecken, was in Gelsenkirchen nicht gut läuft – und auch, was gut läuft. Jeden ersten Donnerstag im Monat laden wir Sie deshalb zu einer gemeinsamen Redaktionskonferenz ins Café Spotlight ein.
09. Juli 2026, 19 Uhr - Lesestoff & Spritz
Unsere zweites Buch-Speeddating im Spotlight – dieses Mal in der sommerlichen Aperitivo-Style-Edition. Unsere Redaktion und das Team der Buchhandlung Kottmann am Heinrich-König-Platz stellt den besten Lesestoff für den Sommer vor.
Weitere Veranstaltungen im Überblick:
+++ DerWeyers, 11. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
+++ Fahrrad vs. Gelsenkirchen, 16. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
📥 RE: Stillgestanden!
Wir haben Sie gestern gebeten, uns zu schreiben, was Sie vom Veteranentag in Gelsenkirchen halten. Ein paar von Ihnen haben das getan, vielen Dank dafür!
Eine Leserin schrieb uns, sie sehe im Veteranentag keine schleichende Militarisierung unserer Gesellschaft, sondern die Anpassung an eine neue Lebensrealität: „Es gibt in dieser Welt nun einmal Kriege und da gilt es, Menschen zu beschützen, die dies nicht selbst können. Ich hoffe, wenn wir eines Tages angegriffen werden sollten, dann gibt es Soldaten, die uns beschützen.“
Eine andere Leserin sieht das ähnlich: „Krieg ist nicht gewollt, aber rückt durch „Verrückte“ leider immer näher. Die Augen dürfen wir nicht verschließen und wir sollten gewappnet sein.“ Dem Protest vor dem Hans-Sachs-Haus begegnet sie mit „absolutem Unverständnis“: Soldatinnen und Soldaten gebühre Anerkennung dafür, dass sie ihr Leben riskierten und bei Katastrophen helfen würden.
Ein Leser merkte an, dass zwar die Veranstaltung im Rathaus keine Werbeveranstaltung für die Bundeswehr gewesen sei, jedoch Raum geboten habe, mit dem Stand auf dem Heinrich-König-Platz „Werbung für die Bundeswehr mit jungen Soldaten zu machen“.
Morgen Kneipenquiz! Wir überlegen uns noch die letzten Fragen und freuen uns sehr. Kommen Sie noch dazu. Anmeldung geht hier.
Ihr
Mario Büscher
An dieser Ausgabe haben Tobias Hauswurz und Bennet Brinkmann mitgearbeitet.
Worträtsel
Können Sie das heutige Worträtsel lösen?
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- Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
- Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
- Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
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