
Tobias Hauswurz
Hallo zusammen,
bei der Jungen Union (JU) in Gelsenkirchen gibt es Unstimmigkeiten in der zentralen Mitgliederdatei. Nach Recherchen von SPOTLIGHT Gelsenkirchen liegt es nahe, dass sogenannte „Tote Seelen“ als Mitglieder geführt werden oder wurden.
„Tote Seelen“: Das sind frei erfundene Mitglieder, die nur in der Datei auftauchen und dafür sorgen, dass die Mitgliederzahlen höher scheinen, als sie tatsächlich sind. Die „Toten Seelen“ kommen nicht zu Parteiveranstaltungen und nehmen nicht an Wahlen teil. Sie können aber unter Umständen Einfluss auf die Zahl der Delegierten haben, die von den jeweiligen Parteigliederungen zu Versammlungen geschickt werden, und so mittelbar Einfluss auf die Machtverhältnisse der Partei haben. Und die „Toten Seelen“ können dafür sorgen, dass die eigene Vorstandsarbeit im Jugendverband von Parteikollegen im Kreis oder im Land besser und erfolgreicher bewertet wird.
Darum geht’s: Nach Recherchen von SPOTLIGHT Gelsenkirchen tauchen auf einer Mitgliederliste der Jungen Union aus 2025 mehr als ein Dutzend JU-Mitglieder auf, die sehr wahrscheinlich frei erfunden sind. In dem betreffenden Jahr war Hobie Fischbach JU‑Vorsitzender. Nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen Arbeit mit der Jungen Union wurde er zum Vorstand der Gelsenkirchener CDU gewählt und soll nun für den Landtag kandidieren. Der 29‑Jährige, der nach eigenen Angaben gerade seine Doktorarbeit in Rechtswissenschaften schreibt, arbeitet als Büroleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der CDU-Landtagsabgeordneten Anette Bunse und nach eigenen Angaben auch als Rechtsreferendar am Essener Landgericht. In der CDU und der Jungen Union ist Fischbach seit 2020 aktiv. Seit dem vergangenen Jahr sitzt er für die Partei im Stadtrat.
