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Tobias Hauswurz
Redakteur

Hallo zusammen,

vor einigen Wochen haben wir über Kleingärtner berichtet, die zum Jahresende ihre Gärten in Ückendorf räumen sollen. Mittlerweile beschäftigt sich auch die Politik mit dem Thema. Die CDU-Fraktion hatte es auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung Süd gesetzt. Auch die Gärtner selbst durften sprechen.

Darum geht’s: Seit 1978 gibt es auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Rheinelbe Gärten. Aktuell werden 17 Parzellen von NRW.Urban verpachtet. Das Unternehmen verkauft das Gelände zum Jahresende aber an die Stadtverwaltung. Und die möchte, dass die Gärten vor der Übernahme geräumt werden, inklusive aller Lauben und sonstigen Aufbauten. Denn: Die Parzellen dürfte es nach Ansicht der Stadtverwaltung eigentlich überhaupt nicht geben. Die Flächen waren ursprünglich mal als Grabeland verpachtet, auf dem nicht gebaut werden darf. Die Verwaltung sagt deshalb: „Die auf der Fläche befindlichen Aufbauten sind weder bauordnungsrechtlich genehmigt, noch genehmigungsfähig.“ Seit 2001 gibt es außerdem einen Bebauungsplan, der die jetzigen Gärten unter anderem als Ausgleichsflächen ausweist. Bedeutet: Dort darf nichts sein, außer Natur.

Beete und Gärten im „Bierkengrund“ an der Leithestraße in Ückendorf. Foto: SPOTLIGHT Gelsenkirchen

Rederecht in der Bezirksvertretung: Für die Gärtner durfte Carsten Behling in der letzten Sitzung Bezirksvertretung Süd sprechen. Er und seine Gartefreunde seien schockiert gewesen, als sie erfahren haben, dass die Fläche verkauft wird. „Das ist ein Lebens- und Naherholungsraum, von dem nicht nur wir Gärtner selbst profitieren, sondern die gesamte Siedlung.“ Im Vereinsheim würden regelmäßig Kommunionfeiern oder Kindergeburtstage stattfinden.

Carsten Behling auf dem Weg in seine Gartenparzelle. Foto: SPOTLIGHT Gelsenkirchen

Bebauungsplan schon 25 Jahre alt: „Wir sehen keinen Grund, warum der Bebauungsplan ausgerechnet jetzt plötzlich sofort umgesetzt werden muss”, sagte Behling in der Bezirksvertretung. Er bemängelte, dass die Verwaltung bisher nicht mit den Gärtnern geredet habe. „Wir verstehen unter einer sozialverträglichen Lösung, dass man sich mit uns an einen Tisch setzt und über die Zukunft der Gärten spricht.“

Begründung des Bebauungsplans macht Gärtnern Hoffnung: Behling bezieht sich dabei auf die Begründung des Bebauungsplanes aus dem Jahr 2001. Dort heißt es, dass für die Grabeländer „mittelfristig eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden“ müsse. Wie die aussehen könnte, hatten die Gärtner gegenüber SPOTLIGHT Gelsenkirchen skizziert. Ihr Vorschlag: Die Stadtverwaltung verpachtet die Parzellen weiter. Wenn jemand stirbt oder seine Parzelle altersbedingt kündigt, vergibt die Verwaltung die Parzelle nicht erneut, sondern überlässt sie der Natur.

Verwaltung dämpft Hoffnung: Die Stadtverwaltung aber will die Parzellen bislang nicht übernehmen. Sie sei an geltendes Recht, also an den bestehenden Bebauungsplan gebunden. Guido Magnus vom Referat für Hochbau und Liegenschaften führte in der Bezirksvertretung erneut aus, was die Verwaltung auch in unserem ersten Bericht Anfang  Mai sagte: Die Stadtverwaltung könne die Pachtverträge inklusive Lauben nicht übernehmen, weil diese nicht genehmigt seien.

Politik ist gefragt: Ein Weg, die Gartenparzellen zu legalisieren, könnte sein, den 2001 von der Politik beschlossenen Bebauungsplan zu ändern. Ob das möglich und sinnvoll ist, müsste die Politik beraten. Aber: Solche Verfahren dauern lange. Sie seien mitunter auch komplexer, als man zunächst denke, warf Dezernent Simon Nowack in der Bezirksvertretung ein.

Nächster Termin schon kommende Woche: Ob wirklich eine Änderung des Bebauungsplans nötig wäre oder ob es andere Spielräume gibt, könnte die Politik in der kommenden Sitzung des Bauausschusses beraten. Die CDU-Fraktion hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Auch dort werden die Gärtner dabei sein. Am 23. Juni gibt es dann ein Treffen mit Stadtbaurat Christoph Heidenreich in der Gartenanlage. Ein „abschließendes Gespräch“, wie es in einer E-Mail von dessen Büro an die Gärtner heißt, die SPOTLIGHT Gelsenkirchen einsehen konnte. Die Formulierung bereitet den Gärtnern Sorgen. „Für uns ist die Sache nicht abgeschlossen”, sagte Carsten Behling in der Bezirksvertretung, „wir wollen unsere Gärten behalten!“


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Heute wichtig

+++ Wer am Sport-Paradies im Berger Feld parken will, aber kein Besucher ist, muss ab sofort 2,50 Euro zahlen . Gäste des Sport-Paradieses parken weiterhin kostenlos, berichtet Radio Emscher Lippe. Der Tageshöchstsatz beträgt 7,50 Euro, die Kontrolle erfolgt über Kennzeichenerfassung. Kritik gibt es von Eltern der Schwimmschule. Sie empfinden das neue System als zu kompliziert. Radio Emscher Lippe

+++ Am Landgericht in Essen beginnen heute die ersten zwei Zivilprozesse zum Sparkasseneinbruch in die Filiale in Buer. Aus Sicht der beiden Kläger war der Tresorraum nicht ausreichend gesichert. Sie fordern Schadenersatz, der deutlich über die Versicherungssumme von 10.300 Euro hinausgeht. Allein bei den beiden Klägern geht es um 440.000 Euro. Das Gericht könnte weitere Verhandlungstermine ankündigen, auch ein Vergleich zwischen Sparkasse und Kunden ist möglich. Für die Verhandlung ist jeweils eine halbe Stunde angesetzt.


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Spot On: der Kulturtipp fürs Wochenende

Präsentiert von GelsenMyLove:

Wandel sichtbar gemacht: In „Metamorphosen" arbeiten die Künstlerinnen Brigitte von der Eltz und Nina Ryschawy mit Schichtungen, Transparenzen und Fragmenten. Materialien werden verdichtet, aufgelöst und neu zusammengefügt. Was bleibt, wenn sich alles verändert? Die Austellung läuft bis zum 18. Juli 2026. Und wer nach der Eröffnung am Samstag noch nicht genug hat, geht ein paar Meter weiter zur Bochumer Straße zu KOMMSE ÜCKEN?!

+++ Samstag, 13.06.2026, 17 Uhr; Domizil, Bergmannstr. 53; Eintritt frei

Blog, Instagram, Newsletter: Kirsten Lipka zeigt unter GelsenMyLove, was Gelsenkirchen kulturell zu bieten hat. Und ab nun auch jeden Donnerstag im Spotlight.


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Heute machen

Das ist heute in Gelsenkirchen los:

+++ Jazz im Wandel, Konzert, Eine Gute Adresse, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ ZWAR, Literaturtreff, werkstatt, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Geschichte der Volkshochschulen in Gelsenkirchen – Teil 2: Ückendorf und Rotthausen, Vortrag, Kulturraum „die flora“, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos

+++ Charity Quiz Night, Quizabend, Westfälische Hochschule, 19.30 Uhr, ab 10 Euro, Alle Infos


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Demnächst im Spotlight

11.06.2026, 19 Uhr – Kirchennachnutzung: Was wird aus unseren Gotteshäusern?

Gemeinden werden zusammengelegt, Gottesdienste bleiben leer und Kirchen werden entweiht. Wie kann eine Nachnutzung aussehen? Darüber wollen bei uns im Café Spotlight diskutieren. Mit dabei sind Heiner Montanus, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises in Gelsenkirchen und Wattenscheid und Kim Lempelius vom Kunstfestival Manifesta.

18. Juni 2026, 19 Uhr - Köpfe im Spotlight: Melahat Tonyali

In unserem unregelmäßigen Talk-Format haben wir im Juni Melahat Tonyali zu Gast. Die 58-Jährige ist die erste Preisträgerin des neuen Gleichstellungspreises „Femmetastisch“ der Stadt Gelsenkirchen. Den Preis hat Tonyali für ihr jahrelanges Engagement um die Integration von Zugewanderten Frauen und Kindern bekommen. Wir sprechen mit ihr über ihre Arbeit im Verein „Eltern für Eltern Brücke e.V.“, die Situation migrantischer Frauen in Gelsenkirchen und wie Integration in Gelsenkirchen gelingen kann.

20. Juni 2026, 16 Uhr - The Colins Company live

The Colins Company ist eine Folk-Cover-Band um den Gelsenkirchener Musiker Rüdiger Jagsteit. Der erste Teil des Konzerts findet Open-Air draußen vor dem Laden statt, der zweite Teil dann im Café. Weil der Eintritt frei ist, geht ein Hut rum.

Weitere Veranstaltungen im Überblick:

+++ Kneipenquiz im Spotlight, 25. Juni, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung

+++ Aufgedeckt – die Stadt recherchiert, 2. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung

+++ Lesestoff & Spritz, 9. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung


Heute Abend sprechen wir bei uns im SPOTLIGHT über leerstehende Kirchen. Wir haben Heiner Montanus von der evangelischen Kirche zu Gast, außerdem Kim Lempelius von der Manifesta, die in den kommenden Tagen startet und sich um das Thema dreht. Uns interessieren aber auch die Perspektiven des Publikums. Fast 50 Anmeldungen haben wir schon – ein bisschen Platz ist aber noch. Kommen Sie gerne auch noch rum.

Vielleicht bis heute Abend

Ihr

Tobias Hauswurz

An dieser Ausgabe haben Bennet Brinkmann und Mario Büscher mitgearbeitet.


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