
Mario Büscher
Hallo zusammen,
die Politik in Gelsenkirchen diskutiert über die hohe Zahl der Ablehnungen von Einbürgerungsanträgen in der Stadt. Die Grünen sind empört, die CDU sieht das völlig anders.
Darum geht’s: Das Statistische Landesamt hat Zahlen zu Einbürgerungen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 veröffentlicht. In Gelsenkirchen wurden demnach besonders viele Anträge abgelehnt. Von 2103 Anträgen gab es 730 Mal einen negativen Bescheid. Das entspricht 34,7 Prozent, während der landesweite Schnitt bei 5,2 Prozent Ablehnungen liegt. Die WAZ hatte zuerst darüber berichtet.
Das sagt die Verwaltung: Der Grund für die hohe Quote liegt laut Verwaltung darin, dass ältere Fälle, bei denen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung fehlten, in vergangenen Jahren nicht abgeschlossen wurden. Diese blieben unbearbeitet. Nun habe man sie aufgearbeitet, was die Zahl der Ablehnungen zuletzt Jahr steigen ließ, sagte Stadtsprecher Martin Schulmann der WAZ. Außerdem finden in Gelsenkirchen keine Beratungsgespräche mehr statt. In anderen Kommunen verhindern solche Gespräche oft, dass Menschen überhaupt einen Antrag stellen, wenn ihnen geringe Erfolgsaussichten aufgezeigt werden.
Das sagt die CDU: Es sei wichtig, dass bei einem „sensiblen Thema“ wie der Einbürgerung zu „100 Prozent korrekt nach Recht und Gesetz entschieden“ werde, sagt CDU-Fraktionschef Sascha Kurth. Aus der hohen Quote könne nicht automatisch ein Vorwurf an die Ausländerbehörde formuliert werden. Kurth interpretiert die Zahlen stattdessen anders. Er sieht „ein gesellschaftliches und sozialstrukturelles Problem“, etwa, weil in Gelsenkirchen weniger Menschen ihren Lebensunterhalt selbst sichern könnten oder Deutschkenntnisse zu schlecht seien. Wer aus der hohen Ablehnungsquote schnell einen Vorwurf gegen die Ausländerbehörde konstruiert, betreibe „billigen Populismus“, so Kurth. Eine scharfe Kritik auch Richtung grünem Kooperationspartner.
Das sagen die Grünen: Die Grünen sind „empört“ über die Zahlen. „Ablehnungsquoten siebenfach höher als im NRW-Schnitt – es ist schwer zu glauben, dass es dafür sachliche Gründe gibt“, sagt Meike Gerwin, Co-Parteivorsitzende in Gelsenkirchen. Die hohen Quoten seien das Ergebnis einer „verfehlten Verwaltungspraxis“. Es sei „kein Geheimnis“, dass die Ausländerbehörde in Gelsenkirchen restriktiver vorgehe als andere Ämter. Die Grünen kritisieren die abgeschafften Beratungstermine und fordern Investitionen in Vorabprüfungen.
Nachbarstädte: In Gelsenkirchens Nachbarstädten sind die Quoten deutlich niedriger. In Essen liegt sie bei rund 0,8 Prozent, in Bochum bei knapp 1,6 Prozent.
Haben Sie Hinweise zur Einbürgerungspraxis im Gelsenkirchener Ausländeramt? Dann schreiben Sie uns gerne oder kommen im Café vorbei.
Heute wichtig
+++ Für die Baugrube an der Johannes-Rau-Allee in Graf Bismarck gibt es einen neuen Kaufinteressenten. Wie die WAZ berichtet, ließ ein potenzieller Investor auf eigene Kosten ein neues Bodengutachten erstellen – und das zeigte keine Auffälligkeiten. In der Baugrube waren Ende 2024 mehrere LKW-Ladungen Böden illegal verklappt worden. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung könnte der Verkauf bereits im Sommer oder Herbst erfolgen. Ob und wann dort tatsächlich gebaut wird, hängt noch von neuen Genehmigungen und dem erfolgreichen Abschluss des Verkaufs ab. WAZ
+++ Die CDU hat Nils-Peder Dobratz als Kandidaten für die Landtagswahl 2027 nominiert. Der 45-Jährige ist Vorsitzender der CDU Buer, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Gelsenkirchen und Mitglied des Stadtrats. Dobratz tritt im Landtagswahlkreis 73 an, der die Gelsenkirchener Stadtbezirke Nord und West sowie Teile Gladbecks umfasst. Mit ihm steht nun der zweite CDU-Kandidat für die Landtagswahl im nächsten Jahr fest, zuvor wurde bereits Hobie Fischbach für die Wahl nominiert. CDU Gelsenkirchen
+++ Die Pop-Up IGA feiert heute ihren Abschluss in der Gelsenkirchener Innenstadt. Seit Ende Februar gab es in einem Ladenlokal auf der Bahnhofstraße verschiedene Aktionen, Konzerte und Ausstellungen. Bevor sie weiter nach Dortmund zieht, gibt es heute noch einmal eine Abschlussfeier mit Musik und Getränken. Die Pop-Up IGA sollte einen Vorgeschmack auf die Internationale Gartenschau 2027 geben. Der Nordsternpark in Gelsenkirchen ist einer der Hauptveranstaltungsorte . IGA 2027
Pfannkuchenindex heute: 102
0,27 Euro – so viel kostet es am 16. Juni 2026 in Gelsenkirchen einen Pfannkuchen zu machen.
Veränderung zur Vorwoche: der Pfannkuchenpreis ist gleich geblieben.
Unser wöchentlicher Pfannkuchenindex zeigt an, wie teuer das Leben in Gelsenkirchen ist und wie sich die Preise für Grundnahrungsmittel verändern. Liegt der Index über 100 Punkten, sind auch die Preise gestiegen. Ein Index unter 100 Punkten heißt, dass das Leben im Vergleich zum Indextag günstiger geworden ist.
So rechnen wir:
Als Grundlage für unseren Pfannkuchenindex nutzen wir Omas Originalrezept für Pfannkuchen: 2 Eier, 300 ml Milch, 200 g Mehl, 50 ml Mineralwasser und 25 g Butter für die Pfanne. Aus diesem Rezept bekommen wir sechs Pfannkuchen. Die tagesaktuellen Preise für die Zutaten notieren wir jeden Dienstagmorgen im Aldi an der Ahstraße. Der Rest ist Dreisatz. Der Tag, an dem der Index festgelegt wurde, war der 17. Februar 2026 mit einem Preis von 0,27 Euro je Pfannkuchen.
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ Abschlussfeier der Pop-Up IGA, Abschlussfeier, Pop-Up an der Bahnhofstraße, 17 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Horst Schlämmer sucht das Glück, Kommunales Kino, Schauburg Filmpalast, 17.45 Uhr & 20.15 Uhr, ab 3 Euro, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
18. Juni 2026, 19 Uhr - Köpfe im Spotlight: Melahat Tonyali
In unserem unregelmäßigen Talk-Format haben wir im Juni Melahat Tonyali zu Gast. Die 58-Jährige ist die erste Preisträgerin des neuen Gleichstellungspreises „Femmetastisch“ der Stadt Gelsenkirchen. Den Preis hat Tonyali für ihr jahrelanges Engagement um die Integration von Zugewanderten Frauen und Kindern bekommen. Wir sprechen mit ihr über ihre Arbeit im Verein „Eltern für Eltern Brücke e.V.“, die Situation migrantischer Frauen in Gelsenkirchen und wie Integration in Gelsenkirchen gelingen kann.
20. Juni 2026, 16 Uhr - The Colins Company live
The Colins Company ist eine Folk-Cover-Band um den Gelsenkirchener Musiker Rüdiger Jagsteit. Der erste Teil des Konzerts findet Open-Air draußen vor dem Laden statt, der zweite Teil dann im Café. Weil der Eintritt frei ist, geht ein Hut rum.
25. Juni 2026, 19 Uhr - Kneipenquiz im Spotlight
Es ist soweit: Die zweite Runde unseres Kneipenquiz geht an den Start. Wer hat für Schalke das bisher letzte Tor in der Bundesliga geschossen? Welche Städte erkennen Sie auf einen Blick? Und wie Gelsenkirchen-Fit sind Sie? Es wird ein paar kleine Neuerungen geben. Für das Gewinner-Team winkt aber wieder eine Überraschung, eine Medaille und ewiger Ruhm.
Weitere Veranstaltungen im Überblick:
+++ Aufgedeckt – die Stadt recherchiert, 2. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
+++ Lesestoff & Spritz, 9. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung
Haben Sie das schon mitbekommen? CORRECTIV hat ein eigenes Spiel entwickelt. Spielerinnen und Spieler können darin investigativ ermitteln und Infos zu einem geheimen Treffen sammeln. Rauskommen soll das Ganze im Herbst, aber man kann es schon vorbestellen. Wir überlegen auch, ob wir damit einen Spieleabend bei uns im Café veranstalten. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr.
Danke, bis bald
Ihr
Mario Büscher
An dieser Ausgabe haben Tobias Hauswurz und Bennet Brinkmann mitgearbeitet.
Worträtsel
Können Sie das heutige Worträtsel lösen?
So funktioniert's:
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- Grün: Buchstabe ist richtig und an der richtigen Stelle.
- Gelb: Buchstabe ist richtig, aber an der falschen Stelle.
- Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
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