
Tobias Hauswurz
Hallo zusammen,
Geschädigte des Sparkassen-Einbruchs wollen am 7. Mai in Buer demonstrieren. Unterstützt wird der Aufruf von einem Dattelner Anwalt, der nach eigenen Angaben mehr als 600 Opfer vertritt.
Darum geht's: Rund 3.200 Schließfächer brachen die Sparkassen-Einbrecher kurz nach Weihnachten auf. Entsprechend viele Betroffene gibt es. Wie viel die Täter erbeutet haben, ist derzeit nicht klar, weil noch ermittelt wird, was genau in welchem Wert in den Schließfächern lag. Die Schätzungen reichen von 30 Millionen bis 100 Millionen Euro.
Demonstration angemeldet: Jetzt wollen Geschädigte des Einbruchs in Buer demonstrieren, wie aus einer Pressemitteilung des Dattelner Anwalts Daniel Kuhlmann hervorgeht. Demnach findet die Demo am 7. Mai ab 16 Uhr statt. Treffpunkt soll der Urbanus-Kirchplatz sein. Danach soll die Kundgebung zum Marktplatz, also vor die Sparkassen-Filiale, ziehen und dort enden.
Anmelder aus Whatsapp-Gruppe: Die Polizei hat bestätigt, dass eine Demonstration angemeldet wurde. Laut WAZ handelt es sich dabei um den Administrator einer Whatsapp-Gruppe mit 1.400 Mitgliedern.
Anwalt sieht Demonstration als Teil einer PR-Strategie: In seiner Pressemitteilung und in einem gleichlautenden Post auf Facebook schreibt Kuhlmann, dass er die Demonstration ausdrücklich unterstützt. Es sei „im Sinne einer positiven PR“ genau die Kampagne, „die uns als seriöse Opfer dastehen lässt – was auch vor Gericht wichtig ist.“ Man könne mit der Demonstration zeigen, „dass wir keine Clans oder Unterwelt sind, sondern seriöse Leute, die ihr Erspartes verloren haben.“ Auch das Timing ist laut Kuhlmann strategisch entscheidend. Die Demo findet rund einen Monat vor dem ersten Zivilprozess statt. Damit „setzen wir ein Zeichen”, schreibt Kuhlmann. Der Anwalt erhofft sich von der Demo auch einen Vorteil vor Gericht: „Die Demo hat keine Auswirkung auf die Haftung (Versicherung/Gericht), aber sie ist für die öffentliche Meinung und unsere Glaubwürdigkeit vor Gericht von enormer Bedeutung“, beendet Kuhlmann seine Pressemitteilung.
Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung von Anwalt Daniel Kuhlmann:
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Forderungen nach personellen Konsequenzen: Kuhlmann, der selbst bei der Demo vorbeischauen will, fordert außerdem den Rücktritt des Sparkassensvorstands und schreibt: „Die Sparkasse muss konkret sagen, wie sie gesichert hat.“ „Stand der Technik“ reiche als Floskel nicht aus. Die Gelsenkirchener Sparkasse hatte immer wieder betont, dass der Tresorraum ausreichend gesichert gewesen sei. Damit werden sich nun auch die Gerichte beschäftigen. Denn sollte das nicht der Fall sein, könnte den Geschädigten mehr Geld zustehen, als durch ihre Versicherungen abgedeckt wird.
Das sagt die Sparkasse zur Rücktrittsforderung: „Wir äußern uns nicht zu einzelnen Forderungen von Verfahrensbeteiligten“, schreibt uns die Sparkasse auf Nachfrage. Für sie stünden „die Betroffenen, die Schadensregulierung sowie die Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden im Mittelpunkt.“ Auch zum Vorwurf mangelnder Sicherheit äußert sie sich nicht konkret: „Es liegt in der Natur der Sache, dass wir Sicherheitskonzepte nicht publik machen.“ Man verheimliche nichts, sondern arbeite eng mit der Polizei zusammen, schreibt die Sparkasse weiter. Von der Demonstration habe sie „über die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen“ erfahren. Wir hatten gefragt, ob sie von den Initiatoren informiert oder eingeladen worden war.
20 Minuten Gelsenkirchen
Die zweite Folge unseres neuen Podcasts mit Radio Emscher Lippe ist draußen. Lennart und Tobi sprechen über das dann doch recht klare Gelsenkirchener Ja zu Olympia, außerdem über die fragwürdige Unternehmensansiedlung eines chinesischen Logistikers in Schalke.

„20 Minuten Gelsenkirchen“ gibt es überall, wo es Podcasts gibt. Außerdem als Videopodcast bei Youtube.
Heute wichtig
+++ Die Polizei hat vier mutmaßliche Betrüger festgenommen, die sich als Polizisten ausgegeben haben sollen. Eine 50-Jährige hatte einen Anruf bekommen, in dem ihr angebliche Polizisten sagten, dass ein Einbruch bei ihrer 84-jährigen Mutter geplant sei, wie die Polizei mitteilte. Demnach fragten die mutmaßlichen Betrüger auch nach Wertgegenständen in der Wohnung. Die 50-Jährige wurde stutzig und rief bei der echten Polizei an. Gemeinsam stellten sie den Kriminellen eine Falle, die Polizei nahm vier Verdächtige fest. Polizei Gelsenkirchen
Heute machen
Das ist heute in Gelsenkirchen los:
+++ Flora liest…, Literatur live, Kulturraum die Flora, 16 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos
+++ Ein gutes Quiz: Filme und Serien, Quiz, Eine gute Adresse, 19 Uhr, 5,90 Euro, Alle Infos
+++ Kneipen-Quiz, Fragen zum Ruhrgebiet und Gelsenkirchen, Alfred-Zingler-Haus, 19.30, Eintritt frei, Alle Infos
Demnächst im Spotlight
28.04.2026 – Feierabendmarkt 2.0: Was muss passieren, damit der Markt nicht stirbt?
Hinter den Kulissen rumort es beim Feierabendmarkt
Einige Händler sind unzufrieden mit der Organisation. Langjährige Stammbesucher machen sich Sorgen um die Zukunft.
Wir wollen offen über die Probleme sprechen: Am Dienstag, den 28. April, laden wir zu uns ins Spotlight ein. Alle können kommen und mitreden: Händler und Verantwortliche, aber auch Gäste und solche, die es mal waren.
07.05.2026 – „Akten des Missbrauchs”: Film-Screening mit Q&A
Der Dokumentarfilm „Akten des Missbrauchs“ von CORRECTIV folgt der Spur geheimer Kirchendokumente bis hinter die Mauern des Vatikans. Während die Kirche weiter Papst Benedikt XVI. schützt, stößt die Recherche auf brisante Belege: Ein von ihm unterzeichnetes Schreiben führt zu einem geheimen Archiv, in dem Verbrechen weltweit dokumentiert werden. Die investigative Dokumentation führt bis an die Spitze der Kirche – und stellt die Frage nach Verantwortung im Umgang mit Missbrauch.
Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir zum Q & A mit dem Reporter hinter der Recherche, Marcus Bensmann, ein.
Alle unsere Veranstaltungen finden Sie unter gelsenkirchen.correctiv.org/veranstaltungen
Danke fürs Lesen und bis die Tage!
Tobias Hauswurz
An dieser Ausgabe hat Mario Büscher mitgearbeitet.
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