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Tobias Hauswurz
Redakteur

Hallo zusammen,

für die Kleingärtner vom „Bierkengrund“, die in Ückendorf um ihre Parzellen bangen, ist eine Lösung in Sicht. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag blieb die Verwaltung zunächst auf ihrem harten Kurs, lenkte dann aber plötzlich davon ab und ließ erstmals durchblicken, dass es doch einen Ausweg geben könnte.

Darum geht’s: Die Gärten an der Leithestraße inklusive Lauben und Vereinsheim befinden sich auf einer Fläche, auf der sie eigentlich nicht stehen dürften, aber historisch gewachsen sind. Zum Jahresende will die Stadtverwaltung die Fläche kaufen. Bis dahin sollen die Gärtner ihre Parzellen räumen, weil die Bebauung auf dem Grabeland seit jeher illegal war. Grabeland darf nur mit einjährigen Pflanzen bewirtschaftet und nicht bebaut werden. Seit 2001 gibt es außerdem einen Bebauungsplan, der an der Stelle der Gärten unter anderem Ausgleichsflächen vorsieht, also nur Natur. Bisher hatte nur niemand so genau hingeschaut. 

Bisher keine Lösung in Sicht: Bis zur Sitzung am Dienstag schien die Linie der Stadtverwaltung unmissverständlich hart: Die Gärten müssen weg, wenn die Stadtverwaltung die Fläche von NRW.Urban übernimmt. Noch in der Bezirksvertretung Süd vergangene Woche, dämpfte die Verwaltung die Hoffnung der Gärtner. Man sei an geltendes Recht, also den Bebauungsplan aus dem Jahr 2001, und bauordnungsrechtliche Vorschriften gebunden.

„Team Garten“: Die Gärtner vom „Bierkengrund“ vor der Sitzung des Bauausschusses im buerschen Rathaus. Foto: SPOTLIGHT Gelsenkirchen

Harte Linie auch im Bauausschuss: In der Sitzung führte die Bauverwaltung erneut ausführlich aus, warum die Gärten aus ihrer Sicht nicht bleiben können. Weder für die Lauben auf den Grabelandparzellen noch für das Vereinsheim gebe es Baugenehmigungen. Auch der Brandschutz sei ein Risiko, das die Stadtverwaltung nicht tragen könne. Mehrfach gab es den Hinweis an die Gärtner, dass man in anderen Fällen illegaler Bebauung auf Grabeland Räumungsklagen vor Gericht stets anstandslos gewonnen und umgesetzt habe.

Erster Lichtblick Auslauffrist: „Sie haben sich dort ein Kleinod aufgebaut, aber leider außerhalb des rechtlichen Rahmens”, ergänzte Stadtbaurat Christoph Heidenreich die Ausführungen seiner Verwaltung. Er sehe keine Möglichkeit, die Gärten planungs- und bauordnungsrechtlich nachträglich zu legalisieren. „Worüber wir reden können ist, in welcher Frist wir die Räumung der Gärten umsetzen.“

Entscheidende Frage aus der Politik: Die Debatte im Bauausschuss lief bereits mehr als eine halbe Stunde, als Thorsten Jannoff, der die Linke im Ausschuss vertritt, die entscheidende Frage stellte: Wäre es möglich, die Gärten in eine offizielle Kleingartenanlage umzuwandeln? 

Plötzlich Bewegung: „Wir haben uns intern auch schon überlegt, ob das ein Weg wäre“, antwortete Heidenreich und skizzierte diesen anschließend: Die Gärtner müssten sich dazu entscheiden, einen Kleingartenverein zu gründen, beim Kleingartenverband um Aufnahme bitten und sich den Regeln für Kleingärten unterwerfen – also eventuell auch bauliche Veränderungen vornehmen. Außerdem könnte eine Änderung des Bebauungsplanes nötig werden, den wiederum die Politik beschließen müsste. Kompliziert, aber nicht unmöglich. 

Kritik an der Verwaltung: Nach dieser plötzlichen Wende konnten sich einige Ausschussmitglieder ein Schmunzeln nicht verkneifen, schien doch plötzlich möglich, was ein paar Minuten und wochenlang davor noch von der Stadtverwaltung ausgeschlossen worden war. Der CDU-Stadtverordnete Andreas Batzel kritisierte die Verwaltung dafür, nicht proaktiv Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt zu haben: „Bisher wurde viel zu technisch beschrieben, was alles nicht geht und wie viele Gerichtsverfahren gewonnen wurden. Vielleicht hätte mal etwas offener kommuniziert werden müssen, was getan werden muss, um den Anforderungen eines Kleingartens zu genügen.“ 

Nächste Schritte: Am 23. Juni haben die Gärtner einen Gesprächstermin mit Stadtbaurat Christoph Heidenreich. Dann soll es erneut um eine Lösung gehen. Die Gärtner ließen durchblicken, dass sie den Schritt zum „echten Kleingarten“ machen würden. Die Unterstützung der Politik dafür hätten sie.


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Heute wichtig

+++ Die Stadtverwaltung will einen Kameraturm einsetzen, um gegen illegale Müllablagerung vorzugehen. Der Turm wird abwechselnd an Müllhotspots am Junkerweg, der Achternbergstraße und der Walpurgisstraße aufgebaut, wie die Verwaltung am Dienstag mitteilte. Eine Live-Übertragung von den Orten wird es nicht geben. Der Ordnungsdienst wertet die Videos im Nachhinein aus. Menschen und Autokennzeichen werden zunächst automatisch verpixelt. Bei möglichen Vergehen kann das dann aufgehoben werden.

+++ Die Stadt Gelsenkirchen will den letzten Abschnitt der Horster Straße 2027 erneuern. Wie die WAZ berichtet, sollen die Bauarbeiten Anfang kommenden Jahres ausgeschrieben werden, bevor sie in der zweiten Jahreshälfte starten. Geplant ist der Ausbau der bislang eingleisigen Straßenbahnstrecke zu einer zweigleisigen Verbindung. Davon sollen Autofahrer und Fahrgäste der Linie 301 profitieren. Zudem sind neue Ampeln, barrierefreie Übergänge und Anpassungen am Bahnhof Buer-Süd vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen rund ein Jahr dauern. WAZ


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Heute machen

Das ist heute in Gelsenkirchen los:

+++ Amrum, Kino-Café, Schauburg Filmpalast, 14.30 Uhr & 17.30 Uhr, ab 8,90 Euro, Alle Infos


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Demnächst im Spotlight

18. Juni 2026, 19 Uhr - Köpfe im Spotlight: Melahat Tonyali

In unserem unregelmäßigen Talk-Format haben wir im Juni Melahat Tonyali zu Gast. Die 58-Jährige ist die erste Preisträgerin des neuen Gleichstellungspreises „Femmetastisch“ der Stadt Gelsenkirchen. Den Preis hat Tonyali für ihr jahrelanges Engagement um die Integration von Zugewanderten Frauen und Kindern bekommen. Wir sprechen mit ihr über ihre Arbeit im Verein „Eltern für Eltern Brücke e.V.“, die Situation migrantischer Frauen in Gelsenkirchen und wie Integration in Gelsenkirchen gelingen kann.

20. Juni 2026, 16 Uhr - The Colins Company live

The Colins Company ist eine Folk-Cover-Band um den Gelsenkirchener Musiker Rüdiger Jagsteit. Der erste Teil des Konzerts findet Open-Air draußen vor dem Laden statt, der zweite Teil dann im Café. Weil der Eintritt frei ist, geht ein Hut rum.

25. Juni 2026, 19 Uhr - Kneipenquiz im Spotlight

Es ist soweit: Die zweite Runde unseres Kneipenquiz geht an den Start. Wer hat für Schalke das bisher letzte Tor in der Bundesliga geschossen? Welche Städte erkennen Sie auf einen Blick? Und wie Gelsenkirchen-Fit sind Sie? Es wird ein paar kleine Neuerungen geben. Für das Gewinner-Team winkt aber wieder eine Überraschung, eine Medaille und ewiger Ruhm.

Weitere Veranstaltungen im Überblick:

+++ Aufgedeckt – die Stadt recherchiert, 2. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung

+++ Lesestoff & Spritz, 9. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung

+++ DerWeyers, 11. Juli, 19 Uhr, Eintritt frei, Alle Infos & Anmeldung


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Bis die Tage

Ihr

Tobias Hauswurz

An dieser Ausgabe haben Mario Büscher und Bennet Brinkmann mitgearbeitet.


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